SAN

three hulls, two people, one trip around the world…

Zuhause ist, wo das Riff wächst

Kurz nachdem wir den letzen Blogeintrag veröffentlicht hatten, wurden die strikten Ausgangsbeschränkungen wieder eingeführt!

Die Fallzahl der Corona-Erkrankten hatte sich in der einen Woche der Lockerung drastisch erhöht. Bedenkt man, dass es eine gewisse Inkubationszeit gibt, kann die Erhöhung nicht alleine an der Lockerung der Quarantäne gelegen haben. Dieser Gedanke bietet wenig Trost, bedeutet es ja, dass die alten Maßnahmen nicht ausreichend waren, oder dass sie nicht ordentlich eingehalten wurden. Bei meinem ersten Einkauf nach dem Wieder-Verschärfen der Ausgangssperre begegneten mir noch mehr Männer als sonst. Kann natürlich daran gelegen haben, dass ich statt an einem Montag an einem Freitag unterwegs war, aber an und für sich ist ja ein Fraueneinkaufstag, wenn ich unterwegs bin. Sicherlich gibt es viele Leute, die auch während der Quarantäne zu ihren Arbeitsstätten kommen müssen, doch man sieht auch immer wieder Gruppen von Arbeitern, die ohne Abstand und Masken zusammen arbeiten. Bleibt nur zu hoffen, dass die erneute Quarantäne diesmal hilft und dass sie nicht nochmal so lange andauern muss.

Die Bewegungsfreiheit für Yachten wurde ebenfalls drastisch begrenzt. Jetzt darf man sich nur noch mit Sondergenehmigung bewegen. Selbst eine Motorentestfahrt bedarf einer Genehmigung. Selbst mit Genehmigung muss man zum ursprünglichen Anker- oder Marinaplatz zurückkehren und die Boote dürfen nicht zu voll sein. Auch ist Paddeln und anderer Wassersport untersagt worden. Diese Maßnahmen wurden getroffen, nachdem sich einige Yachtbesitzer zu freizügig über die Ausgangssperre hinweggesetzt hatten.

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Unterwasserschiff und Riffwachstum

Aufgerüstet für den Tauchgang. Unter der Mütze versteckt sich ein Gummischuh. Der dient als Polster, um sich mit dem Kopf am bewachsenen Rumpf abzustützen. So eingeklemmt kam ich gut an die Schraube heran.

Hier seht Ihr unseren U-Boot Roboter zum Filmen. Die Virtual Reality Brille täuscht. Diese Funktion gibt es zwar, ist aber noch nicht von uns getestet worden. Erstmal wollten wir lernen, wie man überhaupt das Ding tauchen lässt. Das ist nämlich nicht so leicht, wie man denkt. Mathias musste beim Einsatz schnell die Kontrollkonsole übernehmen. Mit seiner Drohnensteuerungserfahrung hat er da einfach das bessere Händchen.

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Auf den Bildern oben kann man sehen, wie bewachsen der Untergrund des Bootes war. Mathias hatte bisher ja vom Dinghy aus gearbeitet. Dann hatte ich heldenhaft mehrere Tauchgänge zur Schraube gemacht, um diese wieder einsatzfähig zu bekommen. Nun hat sich Mathias auch getraut, seine Wasserscheu zu überwinden bzw. zu untergraben. Soll heißen, er schaffte es, den Kopf unter Wasser zu stecken und hat auch den Mittelrumpf gesäubert. Dabei quetschte er sich in den Ganzkörperneoprenanzug, um sicher zu gehen, dass ihn keine Fische beißen können. Diese „Gefahr“ ist nicht ganz von der Hand zu weisen. An unserem neu gewachsenen Riff hielten sich auch diverse kleine Fische auf. Unter dem Boot konnten sie nicht von den hiesigen Pelikanen gefressen werden. Die kleinen Fische sind inzwischen gewachsen und so 20 cm lang. Wenn Kompost über Bord geht, kommen sie angeschwommen. Könnte man glatt den Catcher nehmen und sein Abendbrot angeln, würde sich aber so anfühlen, als ob man die Haustiere verzehrt.

Nachdem Mathias nun tauchtechnisch wieder vorgelegt hat, werde ich mich wohl daran versuchen müssen, an die tieferen Stellen von Ruderblatt und Stummelkiel heranzukommen. Mal schauen, ob mir da eine gute Methode zu einfällt.

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Zum ersten Mal bin ich auch mit dem Fahrrad unterwegs gewesen. Ich wollte mal einen anderen Supermarkt ausprobieren. Das Fahrrad ist hier kein übliches Transportmittel, kein Wunder wo die Busse und die Taxen so preiswert sind. Durch den reduzierten Verkehr in der Ausgangssperrzeit kommt man aber auf den Straßen gut zurecht. Wir müssen erst einmal von der Halbinselkette herunter, an dessen Ende die Marina liegt. Danach kommt ein Stückchen mit Schnellstraßen, auf denen man aber kurz fahren kann. Dann führt der Weg durch eine Parkanlage. Ich hatte etwas Schwierigkeiten, den Weg zu finden, wo ich hin wollte  (Mein Handy hat kein Internet unterwegs), aber fand einen anderen Supermarkt. Um diesen zu erreichen, verließ ich den Park und fuhr durch eine dicht bebaute Gegend, in der es ungemütlich aussah. Viel Müll lag herum und die Häuser waren dicht gebaute Mehrfamilienhäuser. Vor den Eingängen standen viele Familien zusammen auf der Straße. Kann man ihnen nicht verdenken bei der Hitze, die in den Häusern noch schlimmer sein muss. Aber Masken und Abstand haben dabei wenig Chancen. Als ich mich versuchte zu orientieren, fragte ein Mann, ob er mir helfen könne. Nett gemeint, nur hatte er keine Maske auf. Er zeigte mir die Richtung zum Supermarkt. Der Supermarkt war zwar größer aber auch nicht besser bestückt als der Supermarkt am Bahnhof, den wir leicht mit dem Bus erreichen können. Nächstes Mal muss ich mich also noch etwas weiter vorwagen 😉

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Tsunami Warnung

Die Warnmeldung, dass es in Mexiko ein Erdbeben gegeben hatte, von dem nun eine Tsunamiwelle ausging, erreichte uns per WhatsApp Gruppe und per Anruf. Gibt es also noch eine Informationsquelle, die man wohl abhorchen sollte. Neben Panama Gesundheitsministerium, Panama Maritime Authority, Panama Migrationsstelle nun auch die pazifische Tsunamiwarnseite. Man lernt halt nie aus. Zum Glück sollte die Welle ja nur noch so 30 cm hoch sein, wenn sie in Panama ankommt. Das haben wir dann auch nicht wirklich bemerkt. Da wackelt die SAN schon mehr, wenn ein mittelgroßes Motorboot zu schnell vorbeifährt.

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Was sonst so geschah:

Mathias beschäftigt sich weiter mit der Berechnung der Ankerkettenlänge mithilfe der Kettenkurve. Er hat dafür viele Diskussionen auf dem Cruisers Forum geführt. Dazu gab es einmal eine gezielte Werbung: „Yacht Transport aus Panama, die Yacht wird auf ein Frachtschiff verladen“. Was wissen die von uns? Oder doch nur ein guter Algorithmus? 🙂

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Was wie ein Krokodil aussah, war zwar nur ein Baumstamm, aber unser Boot sollte er auch nicht rammen. Wir haben ihn mit dem Bootshaken umgeleitet.

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Nach ca. 10 Monaten in Gebrauch ist die erste Gasflasche alle und wir mussten die zweite aktivieren. 

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Maizena-Beutel. Die Pappverpackung bewahre ich nicht auf, weil sich da Motten einnisten können. Es könnte aber bei der nächsten Zollkontrolle zu Missverständnissen führen 😉 Unser Nachbarschiff ist neulich kontrolliert worden. Sie mussten alle Papiere vorzeigen und wurden aufgefordert, keinen Besuch an Bord zu lassen.

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Birte Films Arbeitsplatz. Es fehlt nur noch ein Film über unsere bisherige Reise. Dann werden wir uns wohl an eine Filmserie über das Innenleben der SAN und technische Tipps machen. Denn bisher sieht es ja so aus, als dauere der Aufenthalt hier noch länger an.

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Die Plastikscheibe vom Rattenschutz am Hahnepott ging verloren und wurde durch eine selbstgebastelte Scheibe ersetzt.

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Um die Schränke etwas zu entlasten, sortierte ich die Winterbekleidung aus, verpackte sie in Vakuumbeutel und verstaute sie unter dem Bett in der vorderen Kabine. Dort gibt es einen schön großen Hohlraum. Obwohl unsere Sommerkleidung nun bequem zugänglich ist, braucht man davon eigentlich auch nicht viel. Mehr als Shorts und Bikinioberteil ist temperaturbedingt schon zu warm angezogen.

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Das letzte Sixpack Alsterwasser. 🙁

Während der einen Woche der Lockerungen kamen Leute zum Fischen an die Mole.

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Es ist heiß hier !

Fahrradflickzeug ist eines der wenigen Dinge, die wir nicht schon in Deutschland gebunkert hatten. Zuhause waren die Flicken u.ä. schon Jahrzehnte alt, also beschlossen wir, neues zu besorgen. Allerdings erledigten wir das erst in La Rochelle, wo wir das Elektrorad kauften. Dort gab es im Angebot lediglich kleine Flicksets für unterwegs. Die Flicken sollten angeblich auch ohne Vulkanisierungslösung halten. Tun sie aber nicht. Folge ist, dass meine Radausflüge erstmal nicht stattfinden können. Stattdessen haben wir die neue Aufgabe, im lock down von Panama, vernünftiges Fahrradschlauch Flickzeug ausfindig zu machen. Yey, es wird nie langweilig ! 🙂

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Umfrage

Meine Kreativabteilung (=Töchterlein zuhause) lässt fragen, ob die Idee mit der Leiste an der Seite des Blogs gut ankommt. Wie gefällt Euch diese Suchhilfe?

Gute Nacht !

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Dieser Beitrag hat 5 Kommentare

  1. Hallo ihr Lieben, wieder mal ein amüsanter Bericht. Schön von euren neuen Haustieren zu hören.

    Die Frage deiner Kreativabteilung kann ich nur mit einer Gegenfrage beantworten: „Welche Leiste? Ich lese auf dem Handy… ;-)“

    Liebe Grüße, bleibt gesund und lasst euch die Zeit nicht zu lang werden. Wir freuen uns auf den nächsten Bericht.

    PS: Den zweiten Thriller wird das auch als e-book geben und ich vermute eine Veröffentlichung im Juli oder frühem August. Ebenso wird es vom ersten und zweiten Buch eine englische Übersetzung geben. Vielleicht vertreibt euch das ja etwas die Langeweile. Ich beeile mich… 😁

    1. Lieber Dirk,
      in der Kreativabteilung raucht der Kopf. Die Gestaltung der Seite geht weiter 🙂
      Auf Dein zweites Buch bin ich schon gespannt, werde es wohl als e-book kaufen, sonst ist es ja mit der Anlieferung eher schwierig.
      LG Birte

  2. Hey, schöner Bericht, d.h. immer was zu tun. Sonst geht der Tag ja auch nicht rum.
    Die seitliche Task-Leiste ist i.O.. Man kann schnell zurück-bzw. alte Berichte aufrufen.
    Haltet aus es geht vorbei.

    Lg. aus Baden Württemberg

    1. Hallo Uli,
      danke für die aufmunternden Worte. Am Montag werden wir 14 Wochen hier vor Anker liegen. Aber wie Du sagst, es wird auch irgendwann weiter gehen. In der Zwischenzeit haben wir noch allerhand kleine Posten auf unserer to do Liste.
      LG
      Birte

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