SAN

three hulls, two people, one trip around the world…

Bald ist der Pudding alle…

Der Notstand kündigt sich an: Die letzen 3 Pardiescremepackungen und die letzte Packung Mouse au Chocolat !  🙁 😢

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Ja, ja, ich weiß, Pudding kann man auch selber kochen. Ihr müsst jedoch bedenken, dass bei uns an Bord eine Person ist, die in ihrem ganzen Leben nur so dreimal den Kochlöffel geschwungen hat und eine Person, die nicht immer Lust zum Kochen hat, aber zwei Personen, die gerne Nachtische essen. Da ist so ein Tütchen Paradiescrememischung schon ein hohes Gut. 😉 Und inzwischen sind es nur noch 2 Packungen Paradiescreme …..

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Busfahren

Die Busroute zum Bahnhof und zum dortigen Supermarkt gehört inzwischen zu unserem Alltag hier dazu. Dabei mochte ich Bus fahren nie besonders gerne. Diese Einstellung rührt wahrscheinlich von einem Trauma her, dass ich bekam, als ich vor rd. 27 Jahren mal in Tokio alleine Bus gefahren bin. Ich wollte eine Freundin im Krankenhaus besuchen, die gerade ein Baby bekommen hatte. Dazu musste ich aber eine Strecke mit dem Bus zurücklegen. Ich irrte an dem Tag 5 Stunden lang durch Tokio. Im Bus werden Haltestellen nicht angesagt, es gibt keine Adressen in Tokio und selbst wenn, konnte ich sowieso die Schilder nicht lesen. Damals habe ich es geschafft zum Besuch und zurück nach Hause zu kommen, weiß aber bis heute nicht, wie ich das angestellt hatte. Ich weiß nur, dass ich seitdem Bus fahren vermieden habe. Meine Strecke hier ist zum Glück von fast Endhaltestelle bis Endhaltestelle. Nun habe ich mich auch an die Drehkreuze im Bus gewöhnt, halte die Fahrkarte meist richtig herum an den Kartenautomaten und bei einigen Fahrten werden sogar die Haltestellen angesagt, ich erkenne meine natürlich mittlerweile auch ohne Ansage. Die Busse fahren recht häufig, haben Klimaanlage und man muss sie einfach mögen, besonders die widersprüchliche Anzeigenleiste auf der Stirnseite lässt einen schmunzeln, sie wechselt zwischen “Quedate en casa” und “movemos Panama” hin und her. Ein Sinnbild für „Lockern, oder nicht Lockern – das ist hier die Frage.“

Nur, alle Geheimnisse des Bus Fahrens habe ich noch nicht durchdrungen. Unsere Haltestelle ist fast am Ende der Insel, der Bus fährt nur noch eine kleine Runde und kommt dann auf der Gegenfahrbahn wieder vorbei. Einige Leute steigen auf unserer Seite ein und fahren im klimatisierten Bus die kleine Runde mit und dann weiter Richtung Stadt. Einmal hat mich auch schon ein Busfahrer mitgenommen in die “falsche” Richtung. Normalerweise stelle ich mich aber brav auf der korrekten Straßenseite an die Haltestelle. Neulich dachte ich: „Was soll’s, steige ich auch mal vorher ein.“ und wartete auf der stadtauswärts gelegenen Haltestelle. Da fuhr der Bus einfach an mir vorbei. Es blieb zwar reichlich Zeit über die Straße zu gehen und in Richtung Stadt auch mitgenommen zu werden, aber warum es diesmal nicht klappte, blieb ein Rätsel. Wahrscheinlich ist es wie überall auf der Welt davon abhängig wie nett der Busfahrer ist, oder wie eilig er es hat.

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Erfolgsmeldung–Erfolgsmeldung–Erfolgsmeldung

Das Problem der nicht halten wollenden Fahrradflicken wurde auch nicht besser, als wir dickere Flicken besorgen konnten und diese mit Hilfe eines Schlauchbootklebers befestigten. Letztendlich griffen wir zu einer Kriegslist – wir kauften einen neuen Schlauch 🙂

Nun ist das ja nicht selbstverständlich, wenn man sich nur beschränkt an Land bewegen darf und auch nicht alle Läden geöffnet haben. Aber, ein Hoch auf den Tante-Emma-Technikladen am Bahnhof! Neben diverser Elektronik und Autoteilen führt er nicht nur Flicken sondern auch Fahrradschläuche! Der freundliche Helfer hinter der Theke versteht irgendwie immer, was ich von ihm möchte. Dann nimmt er sich eine Taschenlampe und verschwindet durch eine der Türen hinter der Theke in den hinteren Teil des Ladens. Mit der Taschenlampe leuchtet er wahrscheinlich auch die letzten Ecken der Regale noch aus und wird immer fündig.

Rückblickend vermuten wir, dass der alte Schlauch zu dünn war. Wenn man ihn auf den erforderlichen Druck aufpumpte, konnte sich der Flicken nicht entsprechend mitdehnen.

Der Ersatzteile-Laden ❤️❤️❤️

Mit dem einsatzbereiten Fahrrad machte ich mich auch gleich auf den Weg zu einem anderen Supermarkt, der weiter entfernt ist, aber ein anderes Sortiment als unser Stammsupermarkt haben soll. Er ist nur so ca. 8 km entfernt, aber offiziell stehen einem ja nur 2 Stunden zum Einkaufen zur Verfügung. Um flott unterwegs sein zu können, setzte ich schon auf der Hinfahrt die Elektrounterstützung ein (Stufe 2), auf dem Rückweg musste ich Stufe 3 einsetzen. Die Strecke ist schon eine kleine Herausforderung für einen 15-wöchigen Stubenhocker wie mich. Zum Glück führt sie durch Parkanlagen am Wasser entlang mit recht guten Fahrradwegen für den Großteil der Strecke. Der Supermarkt ist ein ganzes Stück größer als unserer am Bahnhof und hat auch ein etwas anderes Angebot. Die Fahrt kann also in die Beschäftigungsliste mit aufgenommen werden. 

Genau hinschauen – hier werden nicht nur Katzen gefüttert

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Alltägliches

Verbrauch von Strom: durchschnittlich 7,4 kWh am Tag. Gefrierschrank und Kühlschrank sind ständig an. 2 Rechner und Telefone werden regelmäßig geladen. Der Wasseraufbereiter läuft jeden 2.-3. Tag für mehrere Stunden. Nachts ist Ankerlicht und der Globus an. Die Waschmaschine läuft mehrmals pro Woche, allerdings verbraucht sie im Eco-Modus nicht viel. Warmes Wasser zum Abwaschen wird mittels Wasserkessel erzeugt und Kochen mit Reiskocher und Induktionskochplatte passiert auch fast täglich. Die Toilettenspülung ist elektrisch. Ventilatoren laufen und morgens eine Stunde lang ein Entfeuchtungsgerät.

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Bewegung muss sein:

Wie so viele andere habe auch ich im Lock down überlegt, wie man sich auf kleinstem Raum noch so bewegen kann. Letztlich landete ich bei „Yoga mit Adriene“. Das ist eine gute Mischung aus Bewegung und Entspannung. Mathias hat nicht lange durchgehalten, für seinen Geschmack sabbelt die Trainerin zuviel, was mir aber gerade gut gefällt 😉

Als Yogamatte dient eine alte Isomatte. Kaum zu glauben, dass diese Matte mal die dickere Variante unserer Isomatten beim Camping war. In unserer Jugend machten wir zusammen diverse Radreisen mit dem Tandem. Dabei gab es natürlich nur eine Gepäcktasche für uns beide zusammen. Damals diskutierten wir lange darüber, wie viele Unterhosen jeder von uns mitnehmen durfte. Und weil bei dem Tandem ähnlich wie bei einem Mehrrumpfsegelboot auch das Zuladegewicht möglichst niedrig gehalten werden muss, war die Dicke der Isomatten tatsächlich ein Kriterium. Im Laufe der Zeit kauften wir allerdings schon andere Matten zum Campen und sie wurden auch immer dicker, denn das Liegen auf einer Matte wurde immer unbequemer. Muss an der Erdkrustenverhärtung in den letzen 35 Jahren liegen 😉 🙂 

Yoga an Bord ist etwas anders. Einige Posen sind nicht so leicht zu bewerkstelligen, wenn der Boden ständig leicht schwankt. Das fängt mit “auf einem Bein stehen” schon an. Aber auch beim Entspannen auf dem Rücken kommt manchmal die Option: leicht hin und her zu schaukeln, um die Wirbelsäule zu massieren. Kein Problem, funktioniert bei mir schon automatisch, erledigt das Boot für mich.

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Was sonst so geschah:

Unsere Rettungsboje hat sich verselbständigt. Vermutlich weil ein Pelikan auf der Reling saß. Leider hat die Boje eine Kartusche, mit der sie automatisch aufgeblasen wird. Die gilt es nun nachzukaufen.

Wenn es morgens neben dem Bett ein plumpsendes Geräusch gibt, war das ein Pelikan, der sich ins Wasser stürzt.

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Die Säuberung des Ruderblattes ist erfolgt. Ich habe es geschafft, ein Stückchen tiefer zu tauchen. Man kann sich ganz gut an dem blauen Saugnapf festhalten und Schwung nehmen zum Abtauchen:

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Mathias Haare wurden geschnitten. Er hatte auch den Bart abrasiert und sah gleich 10 Jahre jünger aus. 🙂

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Wir haben den Benzinmotor vom Dinghy abgenommen und durch einen Torqueedo Elektromotor ersetzt. Für die kurzen Fahrten ohne groß Wellengang, die wir hier machen, reicht der vollkommen aus. Strom haben wir reichlich, Benzin können wir so gut sparen.

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Geräuschloses Dinghy in der Abenddämmerung

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Dieser Beitrag hat 8 Kommentare

  1. Wieder toll geschrieben und auch schöne Bilder!
    Weiterhin alles Gute für euch!
    Viele Grüße aus Deutschland!
    Jan

    1. Hallo Jan,

      Gruß auch an Dich! Wir hoffen, die Beiträge werden bald wieder abwechslungsreicher 😉

  2. Pudding der alle ist, ist aber ganz schlecht für die Moral der Mannschaft! Ich hoffe ihr könnt eine Meuterei noch hinauszögern. Soll ich Euch Puddingtüten postlagernd nach Panama schicken?

    Beste Grüße aus der alten Heimat
    Matthias (mit Doppel-t)

    1. Hallo Matthias, ja, das ist in der Tat schlecht für die Moral! Vielen Dank für das Angebot, etwas zu schicken. Wegen Corona geht das aber alles nicht. Keine Flüge, die irgendetwas von Europa nach Panama transportieren könnten… 🙁 ^ 42

      VLG, Mathias

      1. Ich weiß nicht, wie weit wir noch nach der Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest entfernt sind, aber zumindest das Problem mit den Flugverbindungen sollte sich bald gelöst haben. Zumindest hier in Hamburg nimmt der Flugverkehr schon wieder merklich zu. Falls ich ein Care-Paket fertigmachen soll, dann gebt mir gern Bescheid 😉
        Viele Grüße in die Ferne sendet Matthias der Moderne 42 = x³ + y³ + z³

  3. Hallo Matthias,
    bis zum 22. Juli ist der Flugverkehr hier in Panama noch gesperrt. Das ist schon einmal verlängert worden, man weiß also nicht, ob ab dem 23. wirklich wieder etwas geht. Ich hatte nochmal bei DHL geschaut, sie liefern zur Zeit keine Pakete nach Panama. UPS behauptet, sie täten es, sind aber teuer. Bleibt also abzuwarten bis wieder ein wenig mehr Normalität einkehrt. Dann kommt hinzu, dass ein Päckchen im Zoll hängen bleiben könnte. Das wäre dann in Zeiten der Ausgangssperre ein interessantes Problem für uns. Aber, Danke für das Angebot, wir werden uns melden, wenn die Moral zu tief gesunken ist 😉
    LG Birte

    1. Macht das! Ich geh bei Bedarf gern für Euch einkaufen, denn ich weiß wie wichtig der richtige Nachtisch für die Aufrechterhaltung der Moral ist 😉 Ich drücke die Daumen, dass die Versorgung bald wieder hergestellt ist. Und ansonsten müsst ihr es übergangsweise mal mit den einheimischen Cocadas versuchen. Munter bleiben!

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