SAN

three hulls, two people, one trip around the world…

Las Perlas

Für Sylvester und die Neujahrsquarantäne hatten wir uns nach Taboga zurückgezogen. Das ist unter normalen Umständen eine gut besuchte Ausflugsinsel für Panamacity. Jetzt lagen wir dort fast alleine. Das Wasser war deutlich klarer als in den beiden Buchten bei  Amador. 

Sylvester war eher ruhig. Nachmittags gab es an Land und auf einer Nachbaryacht eine zeitlang laute Musik, aber die Anzahl der Leute hielt sich in Grenzen. Später schickte uns Susi einen Artikel aus einer online-Zeitung, in dem von einer wilden Party auf einer Yacht in unserer Bucht berichtet wurde. Der Film passte allerdings nicht zu dem, was wir gesehen hatten und unser Boot war auch nicht im Hintergrund zu sehen. Fragt man sich schon, was die dort berichtet haben. Es gab ein paar kleine Feuerwerkskörper schon vor 18 Uhr, denn ab 19 Uhr war ja Ausgangssperre.

Wir selber stießen schon zur deutschen Mitternacht auf das Neue Jahr an. Da war es hier erst 18 Uhr, aber so konnten wir zu Sailor’s midnight ins Bett gehen und schliefen schön um die hiesige Mitternacht. 

Schiff auf Schiff. So kann man auch sein Boot nach Hause bringen.

Der Ortswechsel tat uns gut. Wir kehrten nach der Quarantäne wieder nach Panama City zurück, aber es ist psychologisch schwierig, sich wieder auf die Regelung einzulassen, nur jeden zweiten Tag für 2 Stunden und nur zum Einkaufen an Land zu dürfen.

Deshalb blieben wir nicht lange und fuhren in Richtung Las Perlas wieder ab. Das war sehr schön, an dem Tag gab es erst wenig Wind, dann frischte er auf.

Nach 10 Monaten Pause waren wir wieder unter Segel unterwegs !!!!!!!!

Immerhin 10,4 kn Höchstgeschwindigkeit. Kurz bevor wir bei der ersten Insel der Las Perlas ankamen, zog ein Regengebiet auf, der Wind wurde recht stark und wir mussten schnell die Segel bergen. Hat aber gut geklappt. Die letzten paar hundert Meter zur Ankerstelle ging es unter Motor. Es funktioniert alles wieder 🙂

Wir suchen die Ankerplätze nach Mobilfunkanbindung aus. Die Inseln gehören noch zu den Provinzen, in denen die Ausgangssperre gilt. Zwar halten sich nicht alle Leute daran, aber als Gast im Land sollte man sich schon anständig benehmen. 

Für unsere Weiterreise brauchen wir ein Visum für die USA. Zwar kann man für 90 Tage mit dem ESTA einreisen, aber das gilt bei Schiffsreisen nur für bestimmte Schiffe und man läuft Gefahr, gleich wieder zurückgeschickt zu werden, wenn man das Visum beim Einklarieren nicht hat.  Möchte man alles ordentlich machen, braucht man ein Visum. Das gilt für 10 Jahre und man darf dann für jeweils 6 Monate am Stück auch mit seiner privaten Yacht einreisen. Hätten wir wissen sollen, als wir noch in Deutschland waren. Aber als grenzenlose Europäer haben wir über solche Dinge natürlich damals nicht nachgedacht. Ich brauchte einen ganzen Tag um die Fragebögen für uns auszufüllen. Die Botschaft in Panama ist eigentlich auch nicht für uns zuständig, aber auf Nachfrage haben sie zumindest nicht abgelehnt, dass wir einen Antrag stellen dürften. Noch ein Formular, durch das man sich klicken muss. Ohne Bezahlung der Gebühr im Voraus kann man das Formular gar nicht einreichen. Die Bezahlung geht nicht per Kreditkarte und das Einzahlen direkt bei der Bank ist schwierig durch die Ausgangssperren und die Tatsache, dass man den speziellen Einzahlungsschein vorher ausdrucken muss. Also aktivierten wir unsere britische Debitkarte, die funktionierte. Muss das Geld halt zweimal getauscht werden. Ergebnis war natürlich, dass zur Zeit keine Termine möglich sind. Das hatte ich auch nicht unbedingt erwartet, da die Botschaft ja noch bis zum 15. Januar geschlossen ist, aber vielleicht gibt es ja Termine ab dem 16.? Hier heißt es wieder einmal abwarten und ab und zu mal nachfragen. 

Eigentlich sollte unser Leben ruhiger werden und durch weniger Formalitäten bestimmt werden. Das ist seit Corona nicht mehr so einfach. Aber das ist wohl Jammern auf sehr hohem Niveau. Erstmal sind wir froh, dass wir wieder gesegelt sind ! 

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Dieser Beitrag hat 8 Kommentare

  1. Cool! Für Euch geht es aufwärts. Viel Spaß! Die Inseln sehen ja toll aus.
    Viele Grüße aus dem saukalten Hamburg, Thorsten

    1. Ja, so soll es sein!!!! 🙂

  2. Moin, moin aus Hamburg,
    erst einmal noch ein gutes neues! Wie schön, dass Ihr endlich wieder segeln könnt! Danke für die tollen Berichte und die schönen Fotos! Alles Gute für die nächste Etappe!
    Bleibt gesund und weiter so fröhlich – das ist für uns, die wir hier im kleinen Shutdown sind, wirklich immer schön!
    Alles Gute!
    Ulrike

    1. Moin, moin nach Hamburg! 🙂 Danke, auch Euch ein schönes Neues! Es wird sicherlich noch eine Durststrecke, bevor die Impfungen greifen, aber es geht aufwärts. Hier auf Las Perlas ist es wirklich schön. Wasser ist warm, und wir halten den Rumpf sauber, damit da nicht so schnell wieder so eine Sauerei passiert. Shutdown ist hier ja auch, sogar strenger als in Deutschland, aber auf den Inseln ist es nicht so sichtbar. Wassersport ist eigentlich verboten, aber einige halten sich nicht dran. Das ist nicht so sehr eine medizinische Notwendigkeit, als eher eine Massnahme, um Neid und Missgunst in der allgemeinen Bevölkerung zu adressieren. Das ist ok, wir bleiben auf dem Boot, bis auf Saubermachen des Rumpfes. 🙂 VLG, Mathias

  3. Hallo Ihr beiden – wie schön, sieht toll aus dort. So ein tropischer Palmeninsel, das wäre mal was. Mit Klappstuhl (und Autan?) an den Strand setzen, dem Rauschen der Wellen und/oder der Palmen lauschen und ein Buch lesen.
    Wir hatten hier gestern Regen, Hagel, Schneegewitter, Schnee mit großen Flocken (schmolz aber bis abends alles wieder).
    Sind die Gebäude auf der Insel Pedro Gonzalez, in deren Bucht Ihr gerade liegt, eine Feriensiedlung? Im Hintergrund scheint noch sowas wie alte Wohnblöcke zu stehen, und weiter hinten gibt es sogar ein asphaltiertes Flugfeld… spannend.
    Ich wünsche alles Gute, und hoffentlich klappt das mit dem Visum für die USA. Obwohl, wenn man so Nachrichten schaut dieser Tage…
    Beste Grüße,
    Mario.

    1. Hallo Mario, Ja, es ist hier traumhaft schön in dieser Bucht. Nun auch wieder ruhiger, nachdem der große panamesische Cat mit den vielen Kindern und diversen Wasserspielzeugen wieder abgefahren ist. Nun liegen nur noch wir und ein Franzose hier, welcher sich auch extrem ruhig verhält. Bis zum 14. sind hier ja keinerlei Aktivitäten erlaubt. Ich denke, was man dort sieht, ist eine Ferienanlage. Einige Gebäude wurden nie fertig gestellt. Das sieht man hier häufiger. Auf der anderen Seite des Hügels gibt es einen kleinen Ort mit vielleicht 500 Einwohnern. Ab Freitag ist wieder etwas mehr Bewegungsfreiheit erlaubt. Und ja, USA, das bleibt spannend. Aber bis dahin sind es ja noch einige Monate… VLG, Mathias

  4. Wie habt Ihr eigentlich die Luftaufnahmen gemacht. Drohne oder könnt Ihr fliegen?

    1. Wir fliegen… 😀

      Ne, wir haben eine Drohne. Und wenn die denn auch funktioniert, setzen wir sie ein bei nicht zu viel Wind…

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