SAN

three hulls, two people, one trip around the world…

Dominica

Zwei Wochen war Lukas zu Besuch und zwei Wochen lang spielten wir die Touristen. Der Rechner wurde kaum aufgeklappt, keine organisatorischen Dinge bearbeitet. Stattdessen segelten wir und verbrachten die Zeit vor Dominica abwechselnd mit Ausflugstag und Chilltag. Die Tourguides von Dominica in der Prinz Ruprecht Bay haben sich in einer Organisation zusammengetan (PAYS = Portsmouth association of Yacht Services). Hat man seinen Guide gefunden, kann man alles mit ihm absprechen und zu den Ausflügen wird man dann von seinem Boot abgeholt. Die Organisation achtet auch auf die Boote, die vor Anker liegen, man muss also nicht befürchten, dass das Dinghy oder der Dinghymotor abhanden kommt. Zwar sind die Touren nicht billig, aber dafür stressfrei und wir lernten eine Menge über die Insel von unseren Guides.

Dass gerade Weihnachten war und deshalb Feiertage, störte niemanden. Alle Parks waren offen und Touren wurden durchgehend angeboten. Die Inselbewohner schließen ihre Läden lieber in der Hurrikansaison, wenn ohnehin kaum Touristen da sind. So konnten wir gleich am Heiligabend spät nachmittags den Indian River hochfahren. Auf dem Fluss ist das Benutzen von Motoren (auch Elektromotoren) verboten, es muss also gerudert werden. Die Schraubenbewegungen stören wohl die Fische.

Dominica war Drehort für zahlreiche Szenen aus dem zweiten Teil der “Pirates of the Caribbean”-Filme. In dem Film fuhren die Piraten einen Dschungelfluss hoch, um die Seehexe zu besuchen und sich von ihr Rat einzuholen. Das Haus dieser Hexe liegt versteckt in einer urigen Flussbiegung mit Bäumen, deren Wurzeln ins Wasser reichen und natürlich spielt die Szene nachts. Überall sind Laternen aufgestellt und beleuchten den geheimnisvollen Bau. Wir fuhren tatsächlich denselben Weg. Es ist ein kleiner Seitenarm des Indian River. Das Haus aus dem Film gibt es nicht mehr, es wurde–wie so Vieles–von einem Hurrikan weggeweht. Aber das wollten die Inselbewohner nicht hinnehmen und bauten ein neues an dieselbe Stelle. Fährt man nun auf das Haus zu, so sieht es schon urig aus, ist aber viel kleiner, als man es aus dem Film kennt. Besonders auffällig ist, dass das Häuschen nur einstöckig ist, kommt doch im Film Captain Barbossa, dramatisch mit dem Holzbein klopfend, die Treppe vom oberen Stockwerk herunter. Wir erfuhren, dass die Innenraumszenen in einem anderen Haus gedreht wurden. Dies stand ein wenig weiter flussaufwärts, ist aber nicht mehr vorhanden. Es wurde abgebaut und nach Disneyworld transportiert. 

Zurück ging es auf den Hauptarm. Die Boote bringen einen so weit den Flusslauf hoch, bis dieser zu flach wird. Dort ist es schon enger und man fühlt sich vom Dschungel umgeben. Zufälligerweise gibt es genau an dieser Stelle eine Kneipe. Da werden wohl alle Flusstouristen einkehren. 😉 Der Uferweg geht noch weiter durch eine super schön blühende Pflanzenwelt, die man zuhause nur als Zimmerpflanzen kennt.

Es soll 365 Flüsse auf Dominica geben (für jeden Tag einen). Sie sind sicher nicht alle so groß wie der Indian River. Auf dem Weg zurück in die Zivilisation erwischte uns ein Regenschauer. Das ist hier nicht so schlimm, sie sind heftig aber kurz. Selbst wenn man vollkommen durchnässt, ist alles schnell wieder trocken. 

Bei der Fahrt auf dem Fluss konnte man sich gut vorstellen, wie früher die Indianer in ihren Booten aus den Flussmündungen herausgepaddelt waren, um die Handelsschiffe in Empfang zu nehmen und Früchte und andere Lebensmittel gegen Werkzeug und so zu tauschen. Einen solchen Tausch haben wir auch erlebt. Ein lokaler Guide klapperte mit seinem Boot die Ankerlieger ab und fragte nach alten Leinen. Seine Leine zum Festmachen an seiner Boje war komplett hinüber. Wir hatten gerade die Fockschot ausgetauscht und deshalb die alte Schot quasi nur noch als Ballast an Bord. Für den Zweck, ein sehr viel kleineres Boot an der Boje zu befestigen, war die Schot noch gut genug, sie wurde also überreicht. Der Guide freute sich sehr über die schön lange Leine und brachte uns am nächsten Tag eine Staude Bananen. Ein guter Tausch 🙂     

Ein weniger netter Besuch kam in Form eines Einheimischen, der ein Stand-up-Paddle-Board als Kanu nutzte und vorne eine Plastikkiste aufgebunden hatte, in der er wohl Dinge transportierte. Er fragte, ob wir Obst oder Gemüse bräuchten und er wollte unseren Müll mitnehmen. Eigentlich brauchten wir nichts, aber er ließ nicht locker. Dem Mülltransport traute ich nicht so recht, also sagte ich, er könne uns Obst bringen. Darauf wollte er Geld haben, um dieses Obst zu besorgen. OK. Das kann klappen oder nicht. Ich gab ihm Geld mit und erfüllte ihm gerne den Wunsch nach etwas Wasser und einem Käsebrot zum gleich essen. Er fuhr ab und meinte, ich solle für den nächsten Besuch schon mal T-Shirts und anderes altes Zeug rauslegen, das würde er uns eintauschen. Hä??? Wir tragen unsere T-Shirts meist solange, dass sie sich nicht mehr zur Weitergabe eignen und so viele Klamotten haben wir nun auch wieder nicht.  Na Ja, muss man ja nicht drauf eingehen. Am nächsten Tag kam er nicht wieder und wir hatten unsere Investition schon aufgegeben, aber Mathias berichtete den PAYS Leuten davon und als wir am letzten Tag vom Ausflug zurückkamen, lag tatsächlich Obst auf unserem Ausleger. 

Heiligabend abends bei uns auf der SAN gab es Lasagne. So wie ich sie zubereite, will sie niemand mit Lukas zusammen kochen. Das  liegt vielleicht daran, dass ich mir unser Rezept mal irgendwann ausgedacht habe. Jedenfalls mögen wir Lasagne nun mit Mais und Lukas hat diese Art als Kindheitsessen abgespeichert. Bekanntlich gibt es ja einige Essen, die man sein Leben lang mag, weil man sie in der Kindheit bei Mama bekommen hat. 

Am ersten Weihnachtstag erklommen wir den Hügel zu Fort Shirley und genossen die Aussicht über die Bucht.

Der zweite organisierte Ausflug führte uns auf dem nördlichen Teil der Insel zu verschiedenen Zielen. Zunächst in die Berge:

Weiter in einen Vulkankrater. Der Vulkan ist schon lange nicht mehr aktiv, aber es treten noch Schwefelgase aus und das Wasser im Inneren des Kraters blubbert, ohne heiß zu sein.

Vom Vulkan aus ging es auf serpentinenreichen Straßen zur anderen Seite der Insel. Das ist die Atlantikseite und die Wind zugewandte Seite. Das Meer ist hier rauer und es gibt malerische Buchten mit ordentlich Brandung. Hier wurde uns die Stelle gezeigt, vor der Kolumbus Schiffe geankert haben, als sie zum ersten Mal auf die Insel trafen. Wie die Beiboote durch die starke Brandung an Land gekommen sein sollen, ist uns ein Rätsel. Allerdings waren die Beiboote größer und schwerer als moderne Dinghys und die Seeleute sicher auch taffer. 

„Kolumbusbucht“

Weiter ging es zu einer Schokoladenfabrik. Das war nur eine ganz kleine Anlage. Die reine Schokolade oder Kakaomasse schmeckt hier anders. Wir probierten 90% Kakaoanteil, was uns nicht zusagte. Die Schokoladen, die mit Gewürzen versehen waren, waren allerdings alle sehr lecker. Da nahmen wir einige Tafeln von mit: Cocoa Nibs, Nutmeg+Cinnamon, Mint, Coffee, Lemongrass. Es gab auch Ingwerschokolade, die war mir aber doch zu scharf.

Ein Teilstück der Küste hat rote Felsen und es sieht aus wie auf dem Mars:

Nächste Station: Kleines Barrestaurant direkt am Strand mit lokalem Essen. Soll heißen: Reis, Nudeln, Bohnenpaste, Yamwurzelbratlinge und wahlweise dazu Shrimps, Rippchen oder Hühnchen.

Danach besuchten wir einen botanischen Garten. Eigentlich ist es eine Gärtnerei mit angeschlossenem Garten. Dieser Garten erinnerte einen eher an Rivendell aus dem “Herrn der Ringe” als an die Piraten, um bei den Filmvergleichen zu bleiben.

Während der Fahrt schimpfte unser Guide viel über den Premierminister, dieser scheint sich wie ein kleiner Diktator aufzuführen. Jetzt hat er verfrüht Neuwahlen angesetzt. Das kam so überraschend, dass sich keine Opposition formieren konnte, er damit der einzige Kandidat blieb. Warum die Opposition nicht während der gesamten Legislaturperiode existiert, wagte ich nicht zu fragen. Unsere Touren wurden auch von heute auf morgen organisiert. Die Leute scheinen im “Hier und Jetzt” zu leben, soll ja eine gesunde Lebensweise sein. Dominica hat schwer gelitten unter dem Hurrikan Maria, der 2017 über die Insel fegte. Es gab große Verwüstungen, zerstörte Brücken, abgedeckte Häuser, zerstörte Infrastruktur usw. Viele der Bewohner verließen die Insel. Jetzt gibt es einige Projekte, die mit Geldern der EU, Australiens oder Chinas finanziert werden und ein neues Programm, bei dem man die Staatsbürgerschaft von Dominica käuflich erwerben kann. Die Landwirtschaft hat sich wohl wieder erholt und nach Covid kommt auch der Tourismus zurück. Wir hatten morgens zwei große Windjammer-Segelschiffe gesehen. Sie liegen tagsüber in der Bucht, die Leute machen eine Tour und nachts geht es weiter. Abends haben wir das Drehen und Auslaufen eines 5-Masters beobachtet. Unter lauter Seemannsmusik und voller Mastbeleuchtung drehte es majestätisch herum, Traumschiff mit Segeln.

Aber zunächst ging es auf unserer Tour weiter zurück zur Bucht und in der anderen Richtung wieder in die Berge. Dort stiegen wir aus und wanderten zu einem Wasserfall (Syndicate Waterfall), bzw. kletterten über Steine im Fluss oder wateten durch den Fluss. Mitten in der Schlucht klingelte Mathias Handy, woher kam denn hier der Empfang?  Beim Wasserfall angekommen, konnte man leider nicht schwimmen, aber die schöne Natur auch so genießen.

Es folgte ein Werkel-Wasch- und Aufräumtag. War auch gut so, da die Böen an diesem Tag bis 30 Knoten hoch gingen und dann sind wir schon lieber an Bord. Abends fuhren wir an Land zur Purple Turtle Bar, bei der es WLan gibt. Das Essen dort ist einfach. Das Tuna-Sandwich kommt aber schon gut in die Nähe eines Fischbrötchens 😉

Zum Thema „Filmvergleiche“: Abends schauten wir oft eine DVD zusammen. Diesmal auch mal wieder den Film „Waterworld“ mit Kevin Costner. Jeder Trimaran-Segler kommt bei dem dort gezeigten Trimaran ins Schwärmen. So schnell möchten wir auch mal unsere Segel setzen können und dann den Bösewicht einfach überfahren 😉

Wieder Ausflugstag: Wir hatten denselben Guide, mit dem wir viel Spaß zusammen hatten. Diesmal ging es die Küstenstraße entlang nach Roseau, der Hauptstadt der Insel, und durch die kleinen Straßen hindurch. Der Guide kauft sich immer, wenn er in Roseau ist, ein Getränk, das am Straßenrand verkauft wird. Es wird aus einer Algenart und Ziegenmilch hergestellt. Wir bekamen auch eine Flasche davon. Es schmeckte wie ein eiskaltes Milchshake, gar nicht schlecht. Ganz Dominica hat keine Hafenanlagen. Entlang der Küstenstraße konnte man riesige Bojen sehen, an denen die Tanker festmachen, die Diesel und Benzin anliefern. In Roseau selbst gab es eine Art Kreuzfahrersteg. Das Kreuzfahrtschiff wird mit langen Tauen vertäut und eine bewegliche Brücke zum Schiff gelegt, wo die Passagiere aussteigen können, fast so wie bei einem Flugzeug. Apropos Flugzeug. Dominica hat zwei kleine Flughäfen, der eine ist nicht mehr in Benutzung und der andere sieht ebenfalls so aus, als könnten nur sehr kleine Maschinen dort landen. Es ist ein neuer großer, protziger und sehr teurer internationaler Flughafen geplant. Wobei es ja eh nur internationale Flughäfen hier geben kann, denn verlässt der Flieger die Insel, ist er bereits international unterwegs 😉 Das neue Projekt sieht nach einem unnötigen Geldgrab aus. 

In vielen Orten (besonders auch im Landesinneren) sieht man pastellfarben gestrichene Häuser:

Roseau:

Nachdem wir Roseau verlassen hatten, führte unser Weg in die Berge. Ziemlich weit in die Berglandschaft und auch recht hoch hinauf. Dort liegen zwei Frischwasserseen. Es ist so weit auf den Berkgämmen, dass die Spitzen schon in den Wolken hängen. Die Passatwinde fegen über die Landschaft und die Bäume werden nicht sehr hoch. Entsprechend kalt ist es hier. Ich musste mir noch Mathias Ersatz-T-Shirt überziehen, um nicht zu frieren. Wir liefen nur ein gutes Stück auf den Wegen hin und zurück, eine Kletterpartie in matschigem Gelände, bei kaltem Wind und steilen Wegen wollten wir uns nicht antun. Schon zu verweichlicht.

Aber die Tour bot ja noch weitere Highlights: Die Ti Tou Gorge. Das ist eine Schlucht, die zu einem Wasserfall führt. Sie ist so schmal, dass man nur schwimmend durch den Fluss kommt. Lukas und ich machten uns also auf den Weg. Man musste Schwimmwesten ausleihen. Meine behinderte mich ein wenig, sie war zu groß für mich. Die Schlucht ist ebenfalls ein Drehort des zweiten Teils der “Pirates of the Caribbean”. Hier schwammen wir durch den Ort, über dem Jack Sparrow gefesselt an einen Pfahl hing und letztlich hineinstürzte. Natürlich war auch dieser Ort kleiner und schmaler als im Film. Trotzdem hat es Spaß gemacht und war wieder Natur pur. Das Wasser war recht kalt, aber man gewöhnte sich dran. Ich hatte eine GoPro Kamera dabei, aber beim Auslesen der Speicherkarte später, wurde diese zerschossen. Es gelang uns bisher nur, einen Clip wiederherzustellen. Lukas wird die Karte mitnehmen und schauen, ob er noch mehr retten kann. 

Nach dem Schwimmen war Lunchstopp, wieder bei einem kleinen Restaurant. Das Essen war wieder das Gleiche, nur diesmal gab es nur die Wahl zwischen Rippchen und Hähnchen. Geschmeckt hat es gut, aber auf die Dauer möchte man dann vielleicht doch mal etwas anderes essen?

Ein weiterer Wasserfall wartete noch auf uns, bzw. diesmal waren es zwei: die Trafalgar Falls. Um zu den Wasserfällen zu gelangen musste wieder ein wenig geklettert werden. Alles aber durchaus machbar. Wir wandern einfach mit unseren Schuhen durch das Wasser. Mathias Schuhe sind eigentlich etwas zu rutschig für solche Aktionen, aber meine sind gut geeignet. Da kann Mathias wieder beweisen, dass er viel trittfester ist als ich und trotz der rutschigen Schuhe vor mir herspringen. 😉

Das war für diesen Tag die letzte Station, danach zurück an den Strand und den Sonnenuntergang genießen. Später dann das Abfahrtsballett der Windjammer.

Viel zu schnell kam der letzte Ausflugstag: Diesmal hatten wir einen anderen Guide. Der war nicht so gut, ein ziemlich chaotischer Typ. Er war früher Lieferantenfahrer, kannte deshalb jede einzelne Kurve auf der Insel und hatte irgendwie keine Zeit. Jedenfalls fuhr er in einem solchen Tempo, dass mir auf der Rückbank des Minibuses beinahe übel wurde. Ich bat ihn, zumindest  wenn es den Berg runter ging, etwas langsamer zu fahren. Danach wurde es etwas besser. Unser Ziel, der Sari Wasserfall, lag ziemlich weit entfernt. So ging es durch die Berge und wieder raus und wieder in die Berge eine ganze Weile lang, bis wir in eine Gegend kamen, wo die Straßen schmaler wurden und schließlich nur noch wie Feldwege aussahen. Hier musste der Guide noch zweimal nach dem Weg fragen. Schließlich hielten wir neben einem Privathaus an. Dort sollte uns ein Guide treffen, der uns zum Wasserfall begleiten würde, Ein schlanker junger Mann mit Rastalocken in Badehose und mit Plastikschlappen kam aus dem Haus und stellte sich uns vor. Zusammen mit ihm ging es über eine Wiese bis ran an eine Schlucht, in der unten der Fluss entlangfloss. Der Abstieg zum Flussbett war seeehr steil und ging über rutschigen Boden. Der junge Guide schritt voran, ohne irgendwelche Schwierigkeiten und ohne sich an seinen rutschigen Schuhen zu stören. Wir kletterten mehr oder weniger vorsichtig hinter ihm her. Ich hatte die meisten Schwierigkeiten. Zum Teil gab es Stufen aus Baumwurzeln, da musste man aber sehr große Schritten machen.

Kurz vor Ende des Abhangs fing mein Knie an zu schmerzen. Das beruhigte sich dann etwas und weiter ging es am Flusslauf entlang, das schon bekannte Klettern durch das Flussbett und über die Felsen und manchmal am Ufer im matschigen Grund.

Vielleicht lag es daran, dass ich nichts gefrühstückt hatte, oder an total mangelnder Fitness, jedenfalls schlug es mir plötzlich auf die Ohren und mein Kreislauf streikte. Deshalb blieb ich am Flussufer zurück und nur die anderen kletterten weiter bis zum Wasserfall. Mathias berichtete, dass der junge Guide erzählte, sie hätten als Kinder die Strecke innerhalb von 15 Minuten zurückgelegt und auch jetzt hüpfte er munter barfuß von Felsbrocken zu Felsbrocken. Mathias folgte ihm etwas weniger sprungbereit. Beim Wasserfall badete Lukas.

Als sie mich wieder abholten, hatte ich mich erholt und der Weg zurück ging, wenn wir auch nur langsam liefen. Um den Abhang wieder hochzuklettern, bekam ich einen Wanderstock geschnitzt. Der half tatsächlich sehr, so konnte ich mich auch mit den Händen noch abstützen. Aber es ist wohl an der Zeit, mal mehr für die Fitness zu tun, schon alleine deshalb dass Mathias nicht mit seinen Kraftreserven dermaßen auftrumpfen kann (Wo holt er die immer her?).

Die Autofahrt zurück wurde auch nochmal zu einem Abenteuer. Nach dem Besuch eines Restaurants hatte der Fahrer es wohl wieder eilig, jedenfalls fuhr er eine Strecke, die noch nicht fertig ausgebaut war. Wohl in der Hoffnung, man würde schon auf der Baustelle weiterkommen. Das ging auch, aber das Stück Baustelle, durch das wir fahren mussten, bestand aus von schweren Lastwagen zerfahrenem Matsch. Wäre er hier angehalten, hätten wir wohl schieben müssen. Als wir mit viel Glück wieder auf der asphaltierten Straße ankamen, meinte der Fahrer, die Abkürzung würde er so schnell nicht wieder nehmen. Das Auto sah entsprechend vollgespritzt aus. Wir fuhren bis zum Office der Tourenvermittlung und bezahlten unsere Rechnung, denn am nächsten Morgen wollten wir den Anker lichten.

Für die Rückfahrt nach St. Martin bewegten wir uns in der richtigen Windrichtung. Wie immer waren Wind und Welle etwas doller als erwartet. Wir lagen also etwas schräger als es für mich Weichei schön ist, aber Mathias konnte fast die gesamte Strecke nach Lust und Laune heizen mit 8-12 Knoten. Eine Böe, bei der die Anzeige auf 39 Knoten hochstieg, vergass er geflissentlich zu erwähnen. So lagen wir 25 Stunden nach dem Anker lichten in Dominica wieder vor Anker in St. Martin. Die Fahrt ging über die Sylvesternacht. 2023 wurde von uns mit Kindersekt begrüßt. Feuerwerk ließ sich nur weit entfernt auf einer Insel erahnen. Dafür gab es am 1. Januar pünktlich zu Sailor’s Midnight (21 Uhr) ein großes Feuerwerk in St. Martin, das wir super von der SAN aus beobachten konnten. 

Am 3.1. ging Lukas Flieger nach Hause. Schade, der Urlaubsmodus ist vorbei. Ran an die fälligen Wartungstermine und täglichen Aufgaben rund ums Boot….

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Dieser Beitrag hat 6 Kommentare

  1. Sabine Zöchling

    Liebe Birte, lieber Mathias,
    habt herzlichen Dank für die vielen tollen Bilder und Filme sowie die ganzen Kommentare zu Euren super schönen Ausflügen.
    Wie schön, dass ihr die zeit mit Eurem Sohn so genießen konntet.
    Wir sind vor 27 Jahren mit einem Großsegler auch dort gewesen. Wie schön, dass ich jetzt auch noch einen neuen Eindruck bekommen habe.
    Liebe Grüße
    sabine

    1. trimaran-san

      Liebe Sabine, ja, Dominika war wirklich ein Highlight, das muss ich sagen. Klassische Mehrmaster haben wir hier einige gesehen. Also diese Großsegler sind immer noch unterwegs! LG Mathias

  2. Micheline

    Wow, das sind ja Touren zum neidisch werden. Und diese Natur! Einfach nur wunderschön!! Die Wanderung zum Wasserfall und dann ins Wasser! Unbeschreiblich schöne Bilder! Dazu Lasagne. Das ist Weihnachten🤣🤣🤣🤣!!
    Liebe Grüße
    Micheline

    1. trimaran-san

      Du siehst, dass es viel zu berichten gab von der einen Woche auf Dominica. Es waren schöne Weihnachten.
      Liebe Grüße
      Birte

  3. Helmut Meyer

    Hi Birte @ Mathias,
    beeindruckend die Natur Dominica’s. Eine schier unendliche Pflanzen- und Blütenpracht – das fällt gerade aus der Perspektive von hier aus ins Auge.
    Lucas hat dank seinen Tri-Eltern einen unvergesslichen 2-wöchigen Urlaub gehabt …. was macht er beruflich? Würde ihn für jemanden einschätzen, der mit IT … Datenverarbeitung zu tun hat – kann das sein?
    Übrigens – so ein paar Videos im Bericht eingestreut – sind von großem Wert … vermitteln Bewegung im Bild und – nicht zu verachten => zusätzlich auch akustisch karibische Aspekte.
    So long@short
    Yours – Helmut

    1. trimaran-san

      Hallo Helmut, ja, Dominika war schon wirklich wie ein Urlaub, auch für uns. Bei den Videos sind wir immer vorsichtig, da die recht viel Bandbreite brauchen. Und ja, Lukas ist ITZ… 🙂 LG, Mathias

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