SAN

three hulls, two people, one trip around the world…

So wie immer

Die kleinen Freuden im Leben

Der Alltag wird abwechslungsreicher. Nun ist auch die Fahrradtour dazugekommen. Die Strecke:

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Auf dem Rückweg über die kilometerlange Autobahnbrücke mit Rad-/Fußweg fuhr vor mir ein Mountainbikefahrer, der offensichtlich zum Sport machen draußen war (an einem Frauentag!). Mit meinem Turbogang kam ich unweigerlich näher heran und überholte ihn. Zugegebenermaßen machte er wohl gerade eine kleine rollende Pause, da er mit seinem Handy beschäftigt war. Trotzdem stellte ich mir schmunzelnd vor, was er wohl so gedacht hat, als von hinten eine rasende Oma auf einem Klapprad angebraust kam. Ein Hoch auf die Elektrounterstützung 🙂

Bei der dritten Tour kam mir die Strecke schon deutlich weniger anstrengend vor und es macht Spaß sich so zu bewegen. Einziger Wermutstropfen ist, dass wir erst nachmittags raus dürfen und ich mich deshalb ab 15 Uhr zu dieser Bewegung noch motivieren muss, wenn der innere Schweinehund eigentlich schon auf Runterfahren und Sofazeit fixiert ist. 

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Päckchen ohne Adresse

Postlagernd — Das ist mal ein Konzept aus den Vor-Internet-Zeiten. Dazu fällt mir eine Geschichte aus unserer Jugend ein. Damals, als man als Student noch vorlesungsfreie Zeit hatte, in der man keine Klausuren schreiben musste und die zum Arbeiten oder anderen angenehmen Aktivitäten genutzt werden konnte, machten Mathias und ich unsere erste gemeinsame Radtour mit dem Tandem. Wir hatten uns 8 Wochen Zeit genommen und fuhren nach Schottland. Letztlich dauerte die Tour “nur” 5 Wochen wegen zu vieler Pannen, aber das ist eine andere Geschichte. Verbindung mit der Familie in Deutschland lief über Briefe, also die Art, die auf Papier geschrieben wird, abends  im Zelt verfasst und in den nächsten Tagen in einem Ort beim Postamt abgegeben. Recht grob konnte man da mitteilen, wo man sich gerade befand und wohl demnächst hinkommen würde. Hoch im Norden von Schottland hatte ich irgendwie die Eingebung beim Postamt auch zu fragen, ob es Post für uns gäbe und siehe da, sie hatten einen Brief postlagernd von meiner Mutter. Kann man als telepathische Verbindung oder irren Zufall betrachten, es war jedenfalls eine freudige Überraschung. Einige von Euch boten spontan an, den Puddingnotstand durch ein Care-Paket zu lindern, das hat uns sehr gefreut. Leider ist in Zeiten von Corona selbst ein Päckchen keine selbstverständliche Sache mehr. Durch die Einschränkung des Flugverkehrs nach Panama werden auch keine Päckchen mehr ins Land transportiert. Die Ausgangssperre würde es schwierig machen, eine postlagernde Sendung abzuholen und schon in normalen Zeiten muss man damit rechnen, dass ein Päckchen im Zoll hängenbleibt. Das wäre dann ein interessantes neues Problem für uns 😉 Bisher haben wir bei solchen Nachschubartikeln auf Besuch gesetzt. Wenn die Kinder kommen, haben sie volle Koffer dabei, in denen aber nur wenig Zeug zum Anziehen ist. 🙂 Vielleicht müssen wir also noch bis zum Herbst oder bis Weihnachten durchhalten für den Puddingnachschub. 

Die Flugsperre ist gerade bis zum 21. August verlängert worden. Sie gilt zwar nicht für Frachtflugzeuge, aber die normale kleine Post kommt wohl mit den Passagiermaschinen, jedenfalls liefert DHL zur Zeit nicht nach Panama. Mit kleinen Paketen in Frachtpost habe ich schlechte Erfahrungen gemacht. Solche Sendungen gehen oft verloren. 

Andere Dinge lassen sich hier schon organisieren. Mathias hat jetzt mit Hilfe eines Agenten eine Bestellung für technische Teile aufgegeben. Das ist eine übliche Art für Leute auf Yachten hier. Da man keine Adresse hat, übernimmt der Agent die Bestellung und die Zollformalitäten. Er bestellt öfters und kann deshalb mit den Firmen einen Discount aushandeln, den er als Provision behält. Ein System, das beiden Seiten nutzt.

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Wir haben Farbe und weitere Ventilatoren bestellt. Bei den Temperaturen hier und ohne Klimaanlage laufen die Ventilatoren häufig. Der Ventilator in der Küchenecke hängt allerdings an einer Stelle, an der ich mich nicht oft aufhalte. Deshalb bekam ich einen zusätzlichen, dessen Luftstrom mich beim Zubereiten und Kochen auch erreichen kann. Den im Schlafbereich haben wir durch einen mit Zeitschaltuhr ersetzt. Bisher wachte man nach einer Weile wieder auf, weil das Geräusch nervig ist. Der neue Lüfter ist auch etwas leiser im Laufgeräusch. 

Außerdem haben wir ein Tauchflaschensystem bestellt, das mit kleinen Flaschen arbeitet, die man mittels einer Luftpumpe füllen kann. Es soll recht lange dauern, sie zu füllen, aber Zeit haben wir ja. Klang besser als noch mehr riesiges Equipment an Bord zu haben. Schließlich reicht uns das Schnorcheln normalerweise aus, tauchen tun wir nur, um das Unterwasserschiff zu säubern, oder vielleicht mal nach dem Anker zu schauen. Ich werde von den Erfahrungen berichten.

Unser Nachbarschiff hat erfolgreich eine Lebensmittelbestellung von dem weiter entfernten Supermarkt bekommen. Die Adresse war so etwa: “Wir warten vor dem Felipe Motta Weingeschäft”. Diese Möglichkeit ist nicht verkehrt, wenn wir die Grundvorräte wieder aufstocken wollen. Dann brauche ich nicht so viel mit dem Fahrrad zu transportieren. Aber für die täglichen Dinge fahre ich lieber hin, ist schließlich ein guter Grund für etwas sportliche Bewegung. 

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Kleine Katastrophen

Der Hahnepot hat sich einseitig gelöst – Der Schäkel war kaputt gegangen. Dies passierte natürlich, als gerade mal etwas mehr Wind herrschte. Wir machten den Motor an und bargen den Hahnepot. Dabei zeigte sich ein neues Problem: Die Batterien werden bei Betrieb nicht mehr nachgeladen. Ehrlich, wir liegen hier nur rum, nichts wird wirklich beansprucht, aber so ’ne Lichtmaschine nimmt sich das Recht heraus, einfach mal so kaputt zu gehen. Die Welt ist ungerecht 🙁

Als Ausgleich eine positive Meldung: Wir haben nun einen kleinen Inverter 24 V auf 110 V, d.h. wir können schauen, welche Ergebnisse unsere Speiseeis-mach-Maschine liefern wird. Haltet die Daumen gedrückt, dass sich hier ein Puddingersatz auftut 🙂

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Zweite Lieferung angekommen

Hilfe! — Mathias hat eine Federwaage, die bis zu 300 kg messen kann. Ich sehe eine Flut von Messungen auf uns zu kommen. Alles, um die Ankerkurven zu verifizieren. Stundenlange Beschäftigungen winken. Zeit, in der er nicht für mich arbeiten kann 😉

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Was sonst so geschah:

Dank der Tatsache, dass man Gouda nachkaufen konnte, geht die selbstgemachte Pizza nicht aus.

Unser Elektromotor macht sich gut. Schön leises Fahren und gemütlich.

Mein Haare sind auch wieder kürzer. Musste sich Mathias nun doch ran trauen.

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Oh wie schön ist Panama

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Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Ich sag mal so: Durch die Schilderung Eures Pudding-Dilemmas bin ich am nächsten Tag erstmal in den Supermarkt und habe mir diese fiese Paradiescreme gekauft (1x Schoko, 1x Vanille). Es muss mindestens 30 Jahre her sein, dass ich dies eklig-süße Zeug gegessen habe und ich kam mir richtig schuldig vor, als ich damit an der Kasse stand. Aber ich muss euch mal ehrlich sagen: Echter Pudding schmeckt deutlich besser. Und mit Eurer Eismaschine habt ihr doch auch eine gute Alternative. Ich drücke die Daumen, dass alles klappt! Und wenn hier die ersten Kreuzfahrt-Schiffe irgendwann mal wieder Richtung Karibik starten sollten, werde ich dem Smutje ne Großpackung Paradiescreme für Euch mitgeben. Munter bleiben – Matthias

    1. Also, mit viel Schokoladenstreusel oben drauf ist der Pudding gar nicht mehr so süß!!! 🙂 LG Mathias

  2. Radtour nach Schottland und keine direkte Verbindung nach Hause. Das kann sich heute kein Kind mehr vorstellen! Evtl. noch in Alvesen, doch dank des Gasfaserausbaus auch bald Geschichte.
    Wenn Corona nicht wäre, würde ich den Vanillepuddung und die Schokostreusel gerne selbst vorbei bringen.
    Als meine Schwester noch in London lebte, flog ich immer mit großem Koffer rüber. Deutsches Brot, Nutella, Gummibärchen und Leberkäse!!!!
    Bleibt gesund und noch viel Spaß.
    Lg. Micheline

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