SAN

three hulls, two people, one trip around the world…

Cascais bis Gran Canaria

Portugal ist schön! 

Cascais ist ein netter Küstenort mit einer schönen Altstadt, die wieder recht hügelig ist. 

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Andenken shopping: ein Geschirrhandtuch für die Kollektion.

Hierauf fiel die Wahl:

Ausflug nach Lissabon

Wir hatten eine Tour über den Geschenkegutschein gebucht (Danke nochmal an die NXP Kollegen 🙂 ): „Secret Gardens of Lisboa“ Ein echter Glücksgriff, wir waren die einzigen auf der Tour und der Guide war super. Allerdings mussten wir dafür erst mit der Bahn nach Lissabon reinfahren und dann standen uns mindestens 3 Stunden Fußmarsch durch die Stadt bevor. Nun denn, bekamen unsere Wanderschuhe mal einen Einsatz. 

Auf der Tour wurde uns gezeigt, wie das Aquädukt System und die Gärten in Lissabon zusammenhängen. Lissabon musste schon immer sein Wasser von weit her holen. Das Aquädukt System hat römische Wurzeln, wurde aber im 18. Jahrhundert ausgebaut. Heutzutage ist es durch moderne Wasserleitungen in die einzelnen Wohnhäuser ersetzt worden, aber die Bauwerke sind noch als Museen zu besichtigen. Früher hatte jedes Quartier von Lissabon einen zentralen öffentlichen Garten. Die größten Gärten waren auf den Bergen, dort kam das Wasser nach über 50 km an einem Punkt an und wurde über kommunizierende Röhren auf die anderen Hügel weitergeleitet – sehr cool. Die Rohrleitungen existieren noch immer unter den Straßenzügen von Lissabon. Heute sind von den Quartiersgärten leider nur noch zwei übrig. Die Pflanzenliebe hat sich aber gehalten, es gibt zwischen den Häusern Verbindungsgänge, die von den Anwohnern mit vielen Topfpflanzen geschmückt werden. Dabei lässt sich schon lange nicht mehr feststellen, wem welche Pflanze gehört und die Topfgärten werden von allen gemeinsam gepflegt. 

Auf unserer Tour besichtigten wir u.a. den Garten des Premierministers. Hier findet man gepflegte Rasenflächen (wasserintensiv) und exotische Pflanzen wie Bananenstauden und riesige Kakteen. Diese sind vom letzten portugiesischen König aus Übersee geholt worden. Damit konnte er am besten zeigen, wie weit seine Macht reichte. 

Es gibt einen alten englischen Friedhof in Lissabon, der nicht wie ein normaler Friedhof aussieht. Früher war es nur Katholiken erlaubt, in der Nähe der Kirchen beerdigt zu werden. Die anderen wurden einfach ins Meer geworfen. Allerdings spülten viele davon wieder an die Küste an, also musste man eine andere Lösung finden. Es wurde ein Friedhof angelegt, der durch Gartenarchitektur versteckt wurde und nicht wie ein portugiesischer Friedhof aussah.  

Diese Tafel erinnert an das Grab des ersten amerikanischen Botschafters in Portugal, er starb in einem Duell, kurz nachdem er angekommen war. Kommentar des Guides: „Muss ein toller Diplomat gewesen sein, wenn er nach nur ein paar Wochen schon ein Problem durch ein Duell lösen wollte.“

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Am Ende unserer Tour besichtigten wir den obersten Wasserspeicher, an dem der Aquädukt ankam. Erinnert Euch der Raum auch an die Chamber of Secrets?

Und noch ein Garten: Hier wächst eine Konifere statt senkrecht in den Himmel waagerecht, seitdem es einmal ein Feuer gegeben hatte. Die Abstützung wird immer wieder erweitert.

14.10. Geburtstagsgruß an unsere Tochter

Weiter ging es nach Vilamoura. Ein sehr touristischer aber auch grüner Ort. Dort verließ ich das Schiff für einen Kurzaufenthalt in Hamburg. An und für sich wollte ich von Mittwoch bis Sonntag unterwegs sein. Aber das erwies sich als Wunschdenken. Mittwoch flog ich von Faro über München und als schon alle im Flieger nach München saßen, wurde verkündet, dass der Hamburger Flughafen bis auf Weiteres gesperrt ist. Es wurde in der Nähe eine Bombe aus dem zweiten Weltkrieg gefunden und diese musste nun erst entschärft werden. Kaum zu glauben – die Bomben verfolgen uns zur Zeit (http://trimaran-san.de/2019/06/24/viel-zu-tun/). Jedenfalls mussten wir alle wieder aussteigen und wurden in Hotels untergebracht. Ich kam dann erst am Donnerstag in Hamburg an. Weil das für mich schon stressig genug war, wollte ich nicht riskieren, auch noch auf dem Rückweg zu stranden. Für den Sonntag war ein Streik angekündigt, der meinen Flug betroffen hätte. Ich buchte also auf Samstag um. Wie ihr Euch schon denken könnt, wurde der Streik Freitag nachmittags noch abgesagt. Einzig Positives an der Umbuchung: Wir konnten den Sonntag nutzen und kamen eher los. 

Mathias machte sich in dieser Zeit daran, das nächste Regal einzubauen – diesmal ganz hinten  im zentralen Rumpf hinter dem Motor, im wesentlichen um selten benötigte Ersatzteile zu lagern. Der Motor läuft übrigens wieder super, nachdem in Cascais die Ölwanne eine neue Dichtung bekam und der Öldosierer (so wurde er uns als Laien zumindest erklärt) für den Turbo ausgetauscht worden war. Auf der Fahrt zu seinem Ankerplatz kalibrierte Mathias nun auch den Tiefenmesser, der nach vorne schaut. Damit können wir so 2 Bootslängen nach vorne schauen. Das wird beim Ankern und bei engen Passagen in flachem Wasser helfen. Er funktioniert aber nur bei langsamer Fahrt und wird uns nicht vor Containern warnen. Bei 3000 Meter Wasser unter dem Kiel zeigte er schon einmal eine Wassertiefe von 170  cm an…

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Mathias machte auch insgesamt 6 Einkäufe an einem Tag mit dem Fahrrad, um unseren Proviant so wirklich mal aufzustocken – sehr löblich! Ich habe einen halben Tag gebraucht, um die Sachen auf die verschiedenen Stauräume im Schiff zu verteilen.

Denn nun begann unsere erste lange Fahrt zu zweit und der nächste Meilenstein in unserem Abenteuer:

Auf zu den Kanaren!

4 Tage und Nächte ohne Internet aber dafür mit Nachtwachen und Tagen, die mit Lesen, Kochen und Segelmanövern gefüllt waren. Man kann es sich vielleicht nicht vorstellen, doch es bleibt kaum Zeit übrig. 

Hier ein paar Ereignisse während der Überfahrt:

Delfine gesehen, Reffleine vom ersten Reff gerissen

Genua Schot enttüddelt.

Blauen Parasailor eingesetzt: Wir haben es geschafft, der Wind stimmte und der größte unserer Parasailor kam zum Einsatz – 283 m2. Das Segeln damit war sehr angenehm und die Geschwindigkeit stimmte. Das Bergen des großen Segels war allerdings nicht einfach. Wir waren froh, dass wir ihn abends reingenommen hatten. Nachts möchte man so eine Aktion nicht durchführen. Wir setzten für die Nacht die Fock plus die Genua in Schmetterlingsanordnung (ein Segel Backbord, ein Segel Steuerbord). Dann stellten wir den Autopiloten auf „Wind“ und ließen uns schieben. Das funktionierte so gut, dass man nachts auf Wache gar nichts zu tun hatte. Andere Schiffe waren auch weit entfernt. 

Für die Handhabung der großen Segel benutze ich jetzt immer meinen Helm. Dann bleibt meine Brille dort, wo sie ist und wer mich kennt, weiß auch dass ich stets Gefahr laufe, irgendwo gegen zu stoßen. Der Helm hat mich bereits vor mindestens 2 Beulen am Kopf geschützt. Er wird zwar sonst eher auf Rennkatamaranen als auf Hausbooten eingesetzt, aber, hey, was soll’s, ich mag ihn.

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Hier seht Ihr, dass während der Überfahrt selbst die Seiten im Tagebuch leer blieben und nachgetragen werden mussten. Dafür konnten wir während der ruhigeren Nachtwachen viel lesen 🙂

Starkwind Spi eingesetzt

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Am 24.10. war wieder Land in Sicht, wir hatten die Kanarischen Inseln erreicht!

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Bald darauf gab es auch wieder Netz und die Idylle hatte ein Ende 😉

Hier in den Gewässern der Kanaren ist wieder ordentlich Funkverkehr auf Kanal 16. Erschreckend sind die Meldungen über Flüchtlingsboote, die von Afrika auf dem Weg zu den Kanaren sind. Davon habe ich in der kurzen Zeit bereits 3 gehört. Auch ist erstaunlich, wie groß die Reichweite von AIS ist (dem Automated Identification System, welches für die Berufsschifffahrt Pflicht ist). Selbst in 280 Seemeilen haben wir einen Tanker so „sehen“ können. AIS reicht ja nur bis zum Horizont und so kommt es letztendlich auf die Höhe der Antennen von den beteiligten Schiffen an. Scheint so, dass hier wirklich grosse Pötte rumdampfen…

Im Ankerfeld im Hafen von Las Palmas. Hier verknotetet Mathias unsere Großschoten neu. Sie waren unter den Reffleinen geführt worden und hatten deshalb gescheuert.

Wir liegen in der Marina direkt neben einer anderen Neel 51 🙂

Nächster Meilenstein wird der Beginn der ARC+ hier von Gran Canaria sein.

Ihr könnt ja schon mal schauen:  https://www.worldcruising.com/arc_plus/event.aspx

Start über den großen Teich wird der 10. November sein, dann könnt Ihr unser Vorankommen mittels dieser App beobachten: https://www.ybtracking.com/race-app.php

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