SAN

three hulls, two people, one trip around the world…

Handicaps

Panama lockert weiter. Man darf nun wieder montags bis samstags außer Haus gehen und auch die Trennung nach Geschlechtern ist aufgehoben, Sperrstunde ist nur noch von 23 Uhr bis 5 Uhr am folgenden Morgen. Ab dem 12. Oktober sollen voraussichtlich auch die letzten Restriktionen noch fallen. Die wiedergewonnene Freiheit ist gewöhnungsbedürftig. Am meisten stören die vielen Autos, die nun wieder die Straßen verstopfen.

Mit Susi vom Nachbarschiff war ich ein paar Mal mit dem Rad und per Bahn unterwegs. Das hat immer Spaß gemacht, wir haben uns Zeit gelassen und uns nett unterhalten. Unsere beiden Männer sind wahrscheinlich froh, dass wir mal unseren frauentypisch erhöhten Redebedarf nicht an ihnen auslassen. 😉 Einmal besuchten wir einen Stoffladen. Man kann schon wieder hinein, nur nicht direkt von der Straße. Wir mussten durch einen kleinen Seitengasseneingang. Dort wird dann die Temperatur gemessen, man muss sich die Füße abtreten und Handdesinfektionsmittel benutzen. Ich überlege, ob ich für unsere Couchen doch noch passende Überzüge nähe. Bisher benutzen wir Spannbettlaken, die aber leicht verrutschen. Die Überzüge erfüllen einen doppelten Zweck. Zum einen kann man sie öfters waschen, was hilfreich ist, denn beim hiesigen Klima sitzt man schon häufig verschwitzt auf dem Sofa, zum anderen sorgen die Überzuge für eine Auflockerung des schlichten Graus der Originalbezüge. Wir mögen es halt lieber bunt. 🙂 

An einem windstillen Tag machten wir uns daran, unsere Ankerposition zu korrigieren. Zunächst muss der Anker hoch und die Kette vom Bewuchs befreit werden. Auf den oberen Metern sammelt sich da ganz schön was an. Mathias reinigt die Kette mithilfe eines Kärchers. Wir haben dafür extra einen Frischwasseranschluss an Deck legen lassen. Die Reinigung verbrauchte rund 150 l Wasser. Da musste unser Wasseraufbereiter wieder ordentlich nachproduzieren.

Der untere Teil der Kette war sehr verdreht, das zog sich aber wieder zurecht. Wir suchten uns eine neue Position, wieder etwas weiter vom Ufer entfernt und brachten den Anker wieder aus. Jetzt fährt man eigentlich mit Kraft rückwärts, um sicher zu stellen, dass sich der Anker auch eingräbt. Aber beim Rückwärtsfahren fing das gesamte Boot an zu vibrieren. Der Motor wackelte kräftig an seinem Platz herum. Das sah ungesund aus. Ich tauchte zur Schraube, die sich aber bewegen ließ. Von weiter weg beobachtete ich auch, wie sie sich drehte bei laufendem Motor. Es war nichts zu sehen. Wir ließen es erst mal gut sein. Der Anker grub sich in den matschigen Untergrund von alleine ein. Allerdings treten die starken Vibrationen schon bei 800 Umdrehungen auf, was bedeutet, dass wir bei starkem Wind manövrierunfähig wären.

Wir nahmen Kontakt zu Volvotechnikern auf und sie waren an Bord zur Fehlersuche. Sollten wir in die Marina einlaufen müssen, wird es noch interessant werden…..

Was kann das nun wieder sein? Der Motor hat doch noch keine 400 Betriebsstunden hinter sich.

Mathias beschloss, nochmals zu tauchen. Er probierte nun auch die kleinen Flaschen aus. Zunächst fiel ihm ebenfalls nichts Besonderes auf, dann drehte er die Schraube und entdeckte dabei eine Unwucht. Erst dadurch wurde ihm bewusst, dass die Schraube 4 Flügel haben sollte. Es waren aber nur 3 vorhanden!

Diese Erkenntnis lüftete das Geheimnis der Vibration, stellte uns aber vor einen Berg von neuen Aufgaben: welcher Schraubentyp, wo kommen Ersatzteile her, kann das im Wasser repariert werden usw.

Der lokale Kran hier ist nicht breit genug für uns, es gibt aber eine Möglichkeit, die noch relativ nahe bei ist. In Panamacity werden halt auch größere Schiffe repariert.

Wir hatten also wohl eine Schraube locker an der Schraube 😉 – Warum, bleibt ein Rätsel.

Großer Stromverbrauch in Gange, Waschmaschine und Wasserkocher heizen gleichzeitig.

Hurra !!!!!! Sie ist da !!!!!! Die App !!!!!!

Ab sofort im App Store erhältlich. Zunächst einmal für iPhone und iPad. Für das Android System muss Mathias sich nun mit der Programmierung der Oberfläche dort beschäftigen.

Nähere Beschreibung gibt es bei uns unter „Fun Facts“:

https://trimaran-san.de/anchor-chain-calculator/

.

Sonst gibt es noch zu berichten, dass ich einen Unfall hatte. Ich habe lange überlegt, ob ich darüber berichten soll, da es ein so dummer Unfall war. Aber er gehört ja schon zu unseren Erlebnissen dazu und vielleicht ist es ein abschreckendes Beispiel und bringt andere dazu, vorsichtiger zu sein, als ich es war.

Wer keine blutrünstigen Geschichten mag, sollte das Lesen des blogs an dieser Stelle beenden.

Was passierte: Ich war zur Schraube getaucht, um zu schauen, ob sich vielleicht eine Angelleine verfangen hatte und sich deshalb die Welle oder die Schraube unrund drehte. Es war nichts zu sehen, ich reinigte die Schraube nochmal gründlich. Um ganz sicher zu sein, wollte ich noch mit einer neuen Tauchflaschenfüllung ein zweites Mal runter. Es war ein Tag mit etwas mehr Wellenbewegung ohne unruhig zu sein, aber wir wollten dem Grund für die Vibration des Motor auf die Spur kommen. Ich stand auf der Badeleiter mit einem Spachtel in der linken Hand. Dummerweise war ich auf der Steuerbordseite auf der Leiter, dort ist der Haltegriff links. An der Leiter selbst kann man sich nicht festhalten, da die Schienen in der Mitte sind und die Stufen frei auskragen. Rechts am Rumpf ist eine Öse, die ich schon ein paar Mal für zusätzlichen Halt benutzt hatte. Nur diesmal steckte ich unkonzentrierterweise meinen Finger durch die Öse, um mich kurz hochzuziehen. Genau in dem Moment kam eine Welle, ich kippte nach hinten und fiel rittlings ins Wasser. Mein Handschuh und ein Stück meines rechten Zeigefingers machten den Fall nicht mit und blieben an Bord. Weh getan hatte es nicht, aber ein komische Gefühl war es schon – ein warmer Ruck. Dann ging alles sehr schnell, ich schrie und fluchte lauthals, mehr aus Frust und Ärgernis, aber doch so, dass Mathias merkte, dass etwas Schlimmes passiert war. Ich war blitzschnell wieder an Bord. Dort hatte ich nur den einen Gedanken; “Schnell zu einem Arzt, bevor ich ohnmächtig werde.” Mathias und ich handelten beide recht schnell und konzentriert: Kühlelemente und Eisspray, Fingerteilstück einpacken (haben wir im Handschuh gelassen), mich aus dem Neoprenanzug pellen, ohne abtrocknen Kleid überwerfen, Sachen zusammenpacken, abschließen, noch den Motor wieder ans Dinghy bauen und dann los Richtung Marina. Es war schon 17 Uhr und wir hofften, dass noch jemand dort war. Wir hatten auch Glück und ein netter Kubaner, der in Panama lebt und Englisch sprach, half sofort. Wir hatten mit dem Fingerstumpf gewedelt und nur “ambulancia” gesagt. Der Notruf fragte eine Menge Details ab und wir waren froh, einen Dolmetscher gefunden zu haben. Es dauerte eine ganze Weile, bis der Krankenwagen kam. Mathias fuhr zwischendrin noch zurück, um den Schlüssel für das Dinghyschloss zu holen – an alles hatten wir doch nicht gedacht. Im Krankenwagen wurde der Finger erst einmal verbunden und die Devise “tranquilo” ausgegeben. Der Steuerbordschwimmer vom Boot war zwar noch blutüberströmt gewesen, aber seitdem wir kühlten, blutete es nicht mehr, Ruhe bewahren war als keine schlechte Idee. Dann musste ein Krankenhaus ausgesucht werden und es ging los. In der Notaufnahme begann eine stundenlange Wartezeit. Kurz nach der Einlieferung kamen zwei Schwestern und zogen mir meine Sachen aus, ich bekam ein Krankenhausnachthemd und eine Windel verpasst. Ich denke mal, dass machen sie, um möglichst wenig Keime einzuschleppen, Die Windel ist wahrscheinlich falls ein Patient ohnmächtig wird. Zumindest durfte ich meine Brille behalten, die sie auch schon in die Plastiktüte stecken wollten. Als Decke gab es dann ein Bettlaken. Das ist nicht viel, wenn man in einem Raum mit Aircondition liegt und mir war auch nicht gerade warm. Während der Wartezeit ging mein Kreislauf in den Keller, ich bat eine Schwester, die Rückenlehne des Bettes runter zu machen und dann war wieder alles ok. Ich fand mich gut, dass ich solange durchgehalten hatte. Bei früheren kleineren Schnittverletzungen kam der Kreislaufzusammenbruch schon eher. 

Der zuständige Orthopäde war noch in einer OP und musste sich danach zunächst um den Patienten im Nachbarbett kümmern, der wohl einen komplizierten Beinbruch hatte und starke Schmerzen. Irgendwann wurde ich zum Röntgen gerollt und der Arzt, der die Aufsicht in der Notaufnahme hatte, hielt mich immer auf dem Laufendem, was los ist und als nächstes passieren wird. Mathias wartete draußen, er wusste gar nicht, was los war. Ich lag auf dem Trauma unit, dort kamen Brüche und Prellungen an. Ein Patient wurde in Handschellen und Fußfesseln gebracht.

Gegen 22 Uhr war ich dann dran. Der Arzt war ein junger Mann und sprach gut Englisch, das ist wohl in Panama nicht ungewöhnlich, da die Ärzte oft in USA studiert haben. Der abgerissene Teil meines Fingers sollte nicht wieder angenäht werden. Ich bekam, eine Betäubung in die Hand und als erstes wollte der Arzt die Wunde gründlich säubern. Dafür bediente er sich einer ungewöhnlichen Methode, er rollte die Tonne für den Klinikabfall einfach neben mein Bett. Ich hielt die Hand dort drüber und er spülte mit drei Flaschen die Wunde ordentlich ab. Dann wurde auf meinem Bett ein steriles Tuch ausgebreitet, der junge Arzt zog sich gekonnt sterile Handschuhe an und legte los, an dem Finger herumzuwerkeln. Er hatte mir vorher erzählt, dass er evtl. noch ein Stück des Knochens ziehen müsste. So genau wollte ich die Details aber gar nicht wissen. Es fühlte sich nach ziemlicher Kraftarbeit an, was er da anstellte. Einmal traute ich mich hinzugucken, da war er gerade dabei mit einem Skalpell die überstehende Haut bzw. das übersehende Fleisch an der Seite der Naht abzuschneiden. Kann man sich so vorstellen, wie bei einem Pflaster, das man über eine Fingerkuppe klebt und seitlich die überstehenden Ohren abschneidet. Danach dachte ich, ich lass ihn mal lieber machen ohne zuzuschauen. Überhaut bewundere ich Ärzte. Sie gehen mit so einer Gelassenheit mit schweren Verletzungen um und sind in der Lage, sich darum zu kümmern. Mein Arzt hatte auch die Ruhe weg, er meinte, nach einem Monat wird die Nahtstelle wie eine Fingerkuppe aussehen und nach einem Jahr wird es gar nicht mehr auffallen. Man achtet nicht so auf die einzelnen Finger eines Menschen, der einem gegenübersteht. “It happens all the time.” Ja, es mag für ihn als Arzt nichts Außergewöhnliches sein, ich hoffe aber stark, dass es mir nicht dauernd passieren wird, weder mir selbst noch Leuten, die ich kenne.

Am Schluss gab es einen ordentlichen Verband, der noch vollblutete, für den ich aber die Anweisung erhielt, ihn nicht selber zu wechseln. Wir erhielten einige Zettel mit Anweisungen, zum einen für Medikamente (Antibiotika und Schmerzmittel) zum anderen, um am Montag weitere Termine im Krankenhaus machen zu können. Der Unfall hatte sich an einem Freitag ereignet, also musste die administrative Seite bis Montag warten. Wichtig war jetzt, dass sich die Wunde nicht entzündet. Mittlerweile war es 23 Uhr und eh ich wieder angezogen war und wir los konnten nach 23 Uhr – also Sperrstunde! Was jetzt? Beim Stationsarzt nachgefragt, der sprach mit der Polizei. Es gibt hier 2 Arten von Polizei und eine ist wohl für touristische Angelegenheiten zuständig. Sie hatten eine Station am Krankenhaus und riefen einen Polizeibus, um uns zur Marina zu bringen. Total nett alle hier! Um Mitternacht waren wir wieder an Bord und haben zur Beruhigung erst einmal eine deutsche Krankenschwesternserie aus der Mediathek geschaut.

Medikamente besorgen, Termine im Krankenhaus machen und der Verbandswechsel in den folgenden Tagen liefen ohne große Probleme ab. 

Wenn ich etwas aus der Geschichte gelernt habe, dann ist es, dass man Unfallverhütung sehr ernst nehmen sollte. Selbst einem so vorsichtigen Menschen wie mir, die beim Segelwechseln einen Helm aufsetzt, kann ein unachtsamer Moment passieren. Auf einem Schiff bewegt sich halt alles ständig. Und für Neel Besitzer: Vorsicht mit den Badeleitern an den Außenrümpfen, sie hängen einfach hoch über dem Wasser und erfahren deshalb größere Bewegungen. Was mir passierte, könnte einem Kind leicht passieren. Wir haben nun Tampen in die Ösen geknotet, damit man sich bei den Leitern beidseitig festhalten kann, denn mit nur einem einseitigen Griff, ist es schwierig, dort rein und raus zu kommen. Auch würde ich vom Kauf von Badeleitern abraten, die die Stangen in der Mitte haben.

Durch die benötigte Reparatur und die Nachsorge meiner Verletzung kann es sein, dass Panama uns noch nicht so bald los lässt.

Für die Zukunft brauchen wir ein wenig mehr Glück:

🍀🍀🍀🍀🍀🍀🍀🍀🍀🍀🍀🍀🍀🍀🍀🍀🍀🍀🍀🍀🍀🍀🍀🍀🍀

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Dieser Beitrag hat 22 Kommentare

  1. Hi Ihr beiden Freunde im Fingerpech …
    bzgl. des Glücks kann ich Euch nur „all the very best“ wünschen – alles was dieses Multiversum Euch an GUTEM noch zugedacht hat. Hoffentlich erhalte ich eines schönen Tages (möglichst noch zu meinen Lebzeiten) von Euch nur noch positive Nachrichten von den Touamotus und 500sm drumherum.
    Zu: „Mathias reinigt die Kette mithilfe eines Kärchers. Wir haben dafür extra einen Frischwasseranschluss an Deck legen lassen. Die Reinigung verbrauchte rund 150 l Wasser. Da musste unser Wasseraufbereiter wieder ordentlich nachproduzieren.“ Wieso zum Teufel macht ihr das mit FRISCHWASSER ??? Bewachsene Ankerketten reinigt man mit dem umgebenden SALZWASSER. Auch ein Hochdruckreiniger schafft das … muss lediglich nach Beendigung der Tätigkeit mit Frischwasser gespült werden.
    Also dann … behaltet Eure restlichen Finger und auch Eure Scalps inkl. Haaren auf dem Kopf!!!
    Yours – Helmut — triocean@hotmail.de

    1. Moin Helmut, vielen Dank erst einmal! 🙂 Und ja, man kann auch Salzwasser nehmen für den Kärcher, aber wir hatten seinerzeit nur einen Anschluss an Deck legen lassen, und den wollte ich lieber als Frischwasser haben. So hat man auch mal die Möglichkeit, Frischwasser leicht an ein Nachbarschiff abzugeben. Insgesamt fällt dieser Zusatzverbrauch nicht so sehr ins Gewicht… Cheers, Mathias

  2. Liebe Birte! Gute Besserung. Mir wurde bereits beim Lesen ganz anders… Bisher ist 2020 nicht wirklich Euer Jahr.
    Schiffsschraubenprobleme sind aktuell en vogue. Bei einem Kollegen ist die Wellendichtung wenige Tage nach einer Reparatur durch einen Fachbetrieb undicht geworden und Wasser ins Schiff eingedrungen.
    Offensichtlich bekommt Eurer Neels das Herumliegen und Nichtfahren überhaupt nicht gut.
    Gibt es denn schon Lockerungsbestrebungen hinsichtlich des „Einreisens“ in die Südsee“
    Viele liebe Grüße aus Hamburg, Thorsten

    1. Lieber Thorsten,
      danke für die guten Wünsche. Der Finger verheilt gut, wenn auch nicht so schnell, wie ich es mir vorstellt hatte. Noch ist der Verband dran und Mathias muss weiterhin den Abwasch machen – aber er hält sich wacker und pflegt mich sehr lieb.
      Ich finde auch, dass das Herumliegen unserem Boot nicht gut bekommt, aber die Weiterreise in die Südsee wird noch bis nächstes Jahr warten müssen. Zur Zeit ist das Wetterfenster ungünstig.
      LG Birte

  3. Liebe Birte,
    gute Besserung und alles Gute! Und von jetzt ab für Euch beide wieder alles Glück für Euer großes Vorhaben! Es nützt Dir zwar wenig, aber ich bin nicht der Meinung, dass Du unvorsichtig warst – ich denke, ich hätte sehr wahrscheinlich auch jede Möglichkeit zum Festhalten genutzt, auch, weil ich mich noch an das nervige Aufsteigen auf der zu schmalen Leiter bei unserer Luna erinnere, man suchte auch immer an irgendetwas Halt. Dass einen eine Welle so „wegballern“ kann, hätte ich nicht erwartet – viele lernen, so glaube ich, aus Deinem Unfall sehr viel, aber auch das ist natürlich kein Trost. Ich wünsche Dir jedenfalls, dass alles gut verheilt und Ihr den Quirl wieder schnell „vervollständigen“ könnt und Corona sich soweit verzieht, dass Ihr Euch bald in die Weiten und zu den Schönheiten des Pazifiks aufmachen könnt, auch zu den Riffen, die nicht auf GfK wachsen;-) Liebe Grüße aus Lüneburg und Handbreit! Christian

    1. Lieber Christian,
      ich danke Dir, auch für die aufmunternden Worte. Ich fange allmählich an, mir selbst meine Unachtsamkeit zu verzeihen. Wenn man etwa auf so einer Reise lernt, dann ist es, mit Problemen umzugehen und nach vorne zu schauen, ohne zu viel zu jammern. Mathias geht mit den technischen Problemen immer sehr ruhig und souverän um, muss ich jetzt auf meinen Finger auch anwenden.
      Wir kennen inzwischen das Schraubenmodell und die Ersatzbeschaffung ist eingeleitet. Wir hoffen, dass die Reparatur von einem Taucher vorgenommen werden kann.
      LG Birte

  4. Moin,
    zum Propeller: man könnte natürlich wagen, den Flügel gegenüber vom fehlenden Flügel zu entfernen. Dann ist natürlich der Vortrieb deutlich schlechter, aber die Unwucht sollte erstmal weitgehend weg sein und höhere Drehzahlen könnten funktionieren – das ist vielleicht allemal besser als kein Vortrieb.
    Grüße Christian

    1. Hatten wir auch schon drüber nachgedacht. Aber die einzelnen Blätter sollen sich auch seitlich halten / ineinander haken. Sollten wir eine Strecke mit dem kaputten Propeller fahren müssen, würden wir das aber wohl probieren.

  5. 1/3 aller Unfälle passieren im Haushalt! Ich hoffe ihr habt Euer Kontinent mit der Abgabe des Fingerstücks damit erfüllt! Die Story des Unfallhergangs las sich sehr authentisch. Ich weiß noch wie mir mal beim Bilder rahmen eine große Glasscheibe in der Hand zerbrochen ist. Das Blut spritzte aus der Fingerwunde die ganze Zimmerdecke voll. Zum Glück brauchte ich keine 6 Stunden bis sich der Arzt in der Notaufnahme meinen Finger ansah. Er fragte bloß: „Spielen Sie Klavier?“ Als ich verneinte sagte er, dass er dann die Wunde einfach nähen könnte, ohne die Nerven wieder kompliziert miteinander zu verbinden. Als Ergebnis würde ich für einige Zeit kein Gefühl in der Innenseite meines Fingers haben. Das ist jetzt 25 Jahre her. Auf das Gefühl im Finger warte ich noch immer… Ich hoffe, dass sich bei Deinem Finger die Ausfälle in Grenzen halten. Ich hatte mit Mathias an dem Tag Kontakt, als ihr auf die Volvo-Techniker gewartet habt. Das letztlich ein Flügel der Schraube fehlte ist ja echt heftig. Waren da Metalldiebe am Werk? Ich drücke Euch die Daumen, dass das nächste Kapitel eures Blogs etwas weniger blutrünstig wird. Es ist zwar immer spannend zu lesen, wie es Euch ergeht, aber vielleicht gibt es ja bald auch wieder neue Reiseeindrücke. Hier in Europa gehen die Covid-19-Infektionszahlen leider gerade wieder ziemlich nach oben. Ich hoffe bei Euch bleiben die Lockerungen bestehen und vielleicht könnt ihr ja auch bald wieder Anker lichten?! Haltet Euch wacker, während hier die Blätter von den Bäumen fallen.

    1. Hallo Matthias, ja, das ist etwas dumm gelaufen, aber so etwas passiert leider. Wir werden in Zukunft vorsichtiger sein… Bevor wir weiter kommen, müssen wir erst einmal unseren Propeller wieder in Ordnung bringen. Das wird noch ein kleines Drama werden, fürchte ich. Und wir sollten auch neuen Unterbodenschutz bekommen – ein noch größeres Drama, weil es hier kaum Plätze gibt, wo wir aus dem Wasser gehoben werden können – zu breit… VLG Mathias

      1. Die SAN aus dem Wasser zu bekommen hört sich allerdings nach einer echten Herausforderung an. Aber am Ende wird alles gut und wenn’s noch nicht gut war, dann ist es noch nicht das Ende 😉

  6. Hallo Weltenbummler,
    seit Beginn eurer Reise lesen wir die Blogs und sind jedesmal begeistert von dem was ihr gesehen und erlebt habt.
    Nun sitzt ihr seit März in Panama fest. Das habt ihr euch sicher nicht träumen lassen, dass aus einer geplanten Weltreise ein monatelanger Zwangsaufenthalt wird.
    Hinzu kommen noch die vielen Schwierigkeiten, die der lange Aufenthalt mit sich gebracht hat. Und nun noch Birtes abber Finger.
    Wir wünschen euch ein baldiges Quarantäneende und das ihr eure geplanten Ziele ansteuern könnt. Dir Birte wünschen wir gute Besserung.
    Eure Nachbarn aus Alvesen

    1. Hallo Nachbarn,
      vielen Dank für Euren Kommentar und die Genesungswünsche. Es hat uns gefreut, von Euch zu hören. Niemand hatte sich träumen lassen, dass es eine weltweite Pandemie geben könnte, und auf die Auswüchse konnte man sich auch nicht vorbereiten. Da Panama aber nun wieder die Restriktionen lockert, hoffen wir dass die meiste Wartezeit vorüber ist.
      LG Birte

  7. Liebe Birte, lieber Mathias,
    auch SeglerInnen vom Neuländer See folgen euch, mal mit bewunderndem, mal mit erschrecktem Blick auf die Berichte. Ich wünsche euch alles Gute und weiterhin Mut und Durchhaltevermögen!
    Herzliche Grüße und beste Wünsche für eine komplikationslose Wundheilung von Annette

    1. Liebe Annette,
      danke Dir. Heute wurden die Fäden aus der Wunde gezogen. Die Heilung geht also gut voran.
      Es ist schön zu wissen, dass Ihr uns auch verfolgt. Ich hoffe nur, dass es bald wieder auch tatsächlich ein blog vom Segeln sein wird.
      LG Birte

  8. Hallo liebe birte und Mathias,
    Ich stand im Laden vorm Vanillepudding
    Ich hatte gedacht, was machen die Weltenbummler/innen, lange nichts mehr gehört, da kommt eine Mail angeflogen!!! Interessant wie immer. Aber diese Horrorgeschichte mit dem Finger war richtig spannend. Ich werde wenn ich beim Klettern an der Wand hänge und nur die Öse als letzten verbotenen! Griff sehe, an dich denken!
    Bin ganz begeistert wie nett du behandelt wurdest, besonders die Rückfahrt! Als ich in Kathmandu in einem chinesischen Krankenhaus mal gezwungenermaßen war, war ich such erstaunt über die Hilfe und Freundlichkeit der Ärzte und Mitarbeiter.
    Wer reist lernt die Welt kennen und muss so manches Vorurteil korrigieren!
    Die Bilder der Stadt erinnern mich stark an Havanna!
    Hoffentlich gehts bald weiter, aber ihr habt ja Zeit. Ich drücke euch die Daumen!
    Hier ist’s noch recht warm, doch der Herbst verfärbt die Blätter.
    Weihnachtsglocken läuten bald.
    Wie wird das alles werden. Spannende Zukunft.
    Ganz liebe Grüße
    Micheline

  9. Liebe Micheline,
    was hat Du in Kathmandu gemacht? Ihr kommt auch in der Welt herum ….
    LG Birte

  10. Schönes Logo. Wünsche viel Erfolg mit der App.
    Zur Schiffsschraubensache: Kann es sein, dasz die Schraube Riffbewuchs hatte, die für Anfangsunwucht sorgte welche dann das Blatt löste. In dem Falle für’s nächste Mal: erst säubern, dann drehen.
    Der schlimme Finger. Schon eine blutrünstige Geschichte und nicht schlecht die hanseatisch kühle Reaktion.
    So können die einen singen „Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren“, die andern „Ich hab mein (Finger-)Glied in Panama verloren“.
    Gute Besserung

    1. Hallo Reinhold, zur Schiffsschraube – heute habe ich herausgefunden, dass die Schraube noch drin ist. Nur ihr Kopf ist abgesichert… Das sieht nach Materialermüdung aus, dagegen ist man machtlos…

      Ich will immer noch die verbliebenen Blätter symmetrisch anbringen, aber nun habe ich bei dem Versuch ein weiteres Blatt in den Tiefen des Wassers verloren… Und es war das falsche, welches ich gelöst hatte, ich Idiot… 🙁

      LG

      Mathias

      1. PS: Das Logo kommt von unserem Sohn, Lukas, der hat für sowas ein Händchen… 🙂

      2. Hmm, die Schraube ist schon wirklich etwas, was einen länger beschäftigen kann… Ich habe nun festgestellt, dass die Sicherungsschrauben immer zwei Bolzen halten. Wenn also eine Schraube fehlt, fallen die beiden benachbarten Blätter raus… Ich habe also keine Chance, die Blätter symmetrisch anzubringen, da ich in das eine Loch ja keine neue Schraube reinschrauben kann, weil das Gewinde noch drin steckt… 🙁

        1. lasst die San rausheben und repariert das in Ruhe drauszen. Das könnte nicht einmal ein Profi im Wasser

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