SAN

three hulls, two people, one trip around the world…

Guna Yala

Unsere erste Zeit wieder auf dem Wasser nutzten wir dazu, das Boot vernünftig aufzuräumen und gründlich zu putzen. Das war durch den Landaufenthalt deutlich dringender geworden. Nach zwei Tagen stellte sich ein Zustand ein, bei dem wir uns wieder wohl fühlten. Mathias hatte das ganze Deck abgesprüht mit dem Kärcher. Als wir den Schlauch wieder abnehmen wollten, sprudelte munter weiter Wasser aus der Leitung. Dies Problem ließ sich nicht beheben, nicht einmal durch Zudrehen des Hahnes an der Zuleitung. Am Ende steckten wir einen Hahn auf den Anschluss. Sieht jetzt blöde aus und steht vor, aber erstmal eine Lösung. Dafür kommt bei einer der Außenduschen gar kein Wasser mehr an. Es soll ja keine lange Weile aufkommen. Es müssen immer mal wieder to-do-Punkte auf die Liste hinzukommen, sonst läuft man Gefahr, es zu schaffen, diese abzuarbeiten.

Der Zustand des ordentlichen Boots behagte Mathias dann doch nicht so ganz und er begann, den aufblasbaren Katamaran aus dem Staufach im hintersten Teil des Mittelrumpfs hervorzukramen. Schwupps, sah unser Hauptraum so aus wie damals unser Wohnzimmer, als wir das mißbraucht hatten, um Modellboote zu bauen. Sämtliche Oberflächen wurden mit den Einzelteilen belegt und wir begannen mit der Zusammensteck-Arbeit. Nun ist der Katamaran ein ordentliches Teil, wir brauchten einen ganzen Tag, bis er soweit war, dass wir ihn zu Wasser lassen konnten. Das Dinghy musste weichen, damit wir eine Sliprampe hatten. Auf dem Wasser wurde der Mast gestellt und die Segel angeschlagen. Mathias wollte noch einen Elektromotor anbauen, aber dann wäre es schon dunkel geworden und keine Zeit mehr zum Probesegeln gewesen. Der Katamaran segelt sich gut und Mathias schaffte es, die SAN gut wieder zu erreichen. Segel wieder reinholen, Mast legen, UV-Cover über den Kat. Ehrlich, genau so viel Tüddelkram wie bei den Strandkatamaranen. Das wollten wir doch eigentlich vermeiden. Immerhin war ganz guter Wind und Mathias konnte auch einen Tag mit Bjarne segeln.

Derart mit Elan ausgestattet, machten wir uns auch nochmal an die Reparatur des kleinen Kayacats. Mathias behauptete nach wie vor, in den Rümpfen befinde sich ein Innenschlauch, ohne aber selber mal zu schauen, ob man dort etwas rausziehen konnte. Ich hatte schon mehrmals geschaut und war zu dem Schluss gekommen, dass nichts aufging. Da Mathias weiter unkte, war ich dermaßen genervt, dass ich einfach mal etwas brutaler in der Öffnung rumstocherte. Es stellte sich heraus, dass das Vorderteil durch einen kräftigen Klettverschluss gehalten wurde und hinten am Schwimmkörper gab es einen Reißverschluss. Und siehe da, es ließ sich doch ein Innenschlauch herausziehen. 1:0 für Mathias, na ja, eigentlich eher 1:9 für mich, denn meist habe ich recht bei solchen Diskussionen, überhaupt hätte er ja schon vor längerer Zeit mal selbst nach dem Zugang suchen können. Aber gut, Ende gut – alles gut. Wir konnten also mit der Lochsuche beginnen. Das Problem war ein nicht gut eingesetztes Ventil. Schwierig zu reparieren. Aber es gelang, dass die Luft nun wieder sehr viel länger gehalten wird und ich konnte den Kayacat für eine kleine Schnorcheltour nutzen. Riffe gibt es hier genügend und auch viele kleine bis mittelgroße Fische. Die Korallen aber beeindrucken nicht. Die meisten sind braun oder grau. Das Korallensterben ist sichtbar. 

Auch über der Wasseroberfläche zeigen sich die Folgen des Klimawandels. Die meisten der Inseln hier sind unbewohnt, oder es gibt nur eine oder zwei Hütten. Einige Inseln dagegen sind komplett überbevölkert. Dort sieht man vor lauter Hütten kein Land mehr in einer Luftaufnahme. Von einer dieser Inseln soll im Laufe der nächsten Jahre die Bevölkerung auf das Festland umgesiedelt werden. Die Flut ist in den letzten Jahren immer höher gestiegen, nun läuft das Wasser bei Flut in einen Klassenraum der Schule. Es wird vorhergesagt, dass bis zum Ende des Jahrhunderts, die meisten der Inseln nicht mehr bewohnbar sein werden aufgrund des steigenden Seewasserspiegels. Bis 2050 sollen noch mehr solcher Umsiedlungsprogramme stattfinden. Die Guna Bevölkerung besitzt auch Land auf dem Festland. Die Provinz Guna Yala gehört zu Panama, wird aber weitgehend unabhängig verwaltet. Wie viel von den alten Traditionen noch übrig sind, lässt sich schwer beurteilen. Noch in Benutzung sind die “ulus”, aus einem Baumstamm ausgehöhlte Boote, die gepaddelt, manchmal auch gesegelt werden. Die Frauen und einige Männer verkaufen “Mola”, bunte Stickereiarbeiten. 

Wir verbrachten einige Tage vor einer idyllischen kleinen Insel, bis schlechtes Wetter angekündigt wurde. Da war es besser, sich einen Ankerplatz zu suchen, der mehr Schutz vor der neuen Windrichtung bot. Zusammen mit den Dänen fuhren wir zu den Lemmon Cays. Hier kann man inmitten der Inselgruppe rundum geschützt ankern. Nur ist die Einfahrt dorthin recht flach und unser Tiefenmesser funktioniert gerade nicht. Wir blieben also lieber außerhalb der Gruppe liegen. Wind und kippelige Wellen führten dazu, dass wir uns nicht nochmal mit den Dänen treffen konnten. Als sie Richtung Shelter Bay abfuhren, suchten wir uns einen ruhigeren Ankerplatz. Der fand sich in der Nähe der Hauptinsel “El Porvenir”, der Flugplatzinsel, auf der es auch eine Polizeistation gibt. Beim Fahren durch die Riffe schauten wir anfangs auf den Vorwärtstiefenmesser, der noch funktioniert. Das hilft aber nicht wirklich. Deshalb verließen wir uns lieber auf die klassische Methode mit dem Ausguck auf dem Mast, bzw. in unserem Fall dem Ausguck neben dem Mast. Dort steht man schon recht erhöht und kann anhand der Wasserfarbe selbst bei bedecktem Himmel die ganz flachen Stellen sehen. 

An unserem neuen Ankerplatz ist es nicht mehr schaukelig. Sofort wurden wir von drei Ulus belagert und mussten eine Flagge und Molas kaufen. Ich schreibe “mussten”, weil die Leute hier nun einmal davon leben und man sich nicht total verweigern kann. Außerdem sind die Stoffe und Taschen ganz hübsch, wenn auch die Preise fragwürdig sind. Meist wird erstmal 20 Dollar als Preis genannt. Dumm ist nur, dass man, möchte man weniger bezahlen, kleinere Scheine haben muss und aus dem Automaten kommen nun mal nur 20 Dollarscheine raus. Für kleinere Einheiten muss man mehrmals kleine Einkäufe in bar bezahlen, also schwierig.

Die Schreibweise kann Guna oder Kuna sein.

Das Umparken erledigten wir an meinem Geburtstag. Der verlief ruhig mit Telefonaten, vielen Glückwünschen und einem Apfelkuchen. Also richtig schön 🙂

Am zweiten Tag hier bekamen wir wieder Besuch.  Diesmal war es ein älterer Guna in seinem Ulu, der recht ordentlich Englisch sprechen konnte. Er machte uns darauf aufmerksam, dass wir uns bei der Polizei anmelden müssen und einen speziellen Cruising Permit für Guna Yala brauchen. Gleichzeitig bot er seine Hilfe dabei an und bot auch an, für uns einkaufen zu gehen. Das war mal ein Service, den wir gebrauchen konnten. Er fuhr erst etwas einkaufen, kam dann wieder und brachte seine Tochter und zwei Enkelkinder mit, die sich das Boot ansehen sollten. Die ließ er an Bord zurück und fuhr mit Mathias in dem Ulu rüber zur Polizeistation. Muss wohl eine kippilige Angelegenheit sein. Mathias schaute etwas nervös drein in dem kleinen schmalen Boot. Ich musste derweil die Kinder unterhalten. Ich versuchte es mit Malsachen und war damit zumindest beim älteren (4 Jahre) erfolgreich. (Hätte vielleicht doch Duplo mit an Bord nehmen sollen.) Der Junge versuchte, einen Ulu zu zeichnen.

Als Mathias und Nestor wiederkamen, unterhielten wir uns noch etwas. Auf einmal fragte er, ob wir nicht ein Segel übrig hätten, das er für seinen Ulu verwenden könnte. Mathias guckte recht irritiert. Wir haben zwar eine Menge Segel an Bord, aber die sind noch einsatzfähig und von der Größe für unser Boot und nicht ein Mini-Böötchen. Aber – wir sind ja ein Hausboot und so erinnerte ich mich daran, dass ich ein altes Segel von den Strandkatamaranen dabei hatte. Daraus wollte ich Segeltaschen herstellen. Allerdings ist dieses Projekt ja nun seit 3 Jahren nicht begonnen worden. Also kann das Segel auch verschenkt werden. So konnten wir tatsächlich diesen ungewöhnlichen Wunsch erfüllen. Wir gaben ihm noch eine Nadel, Faden und Tape dazu. Ich hoffe, er kann damit aus einem (immer noch zu großem) Foliensegel etwas für seinen Ulu zaubern. Wie die Dinger ohne Kiel oder Ausleger gesegelt werden, bleibt uns ein Rätsel. Nestor meinte aber, das sei alles kein Problem.

Nestor erzählte uns auch ein wenig über die Versorgungslage der Inseln und die medizinische Versorgung. Es kommt täglich ein Boot, das Lebensmittel und Treibstoff bringt und den Müll abtransportiert. Auf der Hauptinsel gibt es einen Arzt, aber keine Krankenstation. Das nächste Krankenhaus ist auf dem Festland, zwei Stunden per Motorboot entfernt. Das sei soweit ok, nur für Frauen in den Wehen nicht gerade die beste Transportmöglichkeit. Hat man keine Verwandten auf dem Festland, kann der Kranke oder die werdende Mutter nur abgegeben werden. Ein Aufenthalt für Angehörige ist zu teuer. Ein größeres Krankenhaus ist noch weiter entfernt, das muss angefahren werden, wenn es um kompliziertere Krankheiten geht. Eine Behandlung in Panama City ist wohl zu teuer. Das muss aber im wesentlichen an der Entfernung liegen. Das Shuttleboot des Krankenhauses wird von Panama mit Treibstoff subventioniert. Ist dieser aufgebraucht, fährt es nur noch, wenn die Patienten die Kosten für den Treibstoff übernehmen. Am Ende des Jahres sollte man also nicht krank werden. Ein paar Pflanzen gibt es auf den Inseln, bei einem Besuch brachte uns Nestor frisch gebratene Brotfrucht mit. Auch Mango und Kokosnüsse werden genutzt. Die Hauptnahrungsquelle ist nach wie vor der Fisch und Lobsterfang.

Mathias näht in mühseliger Kleinarbeit die Naht an der Großsegelpersenning neu. Eine Arbeit, die nur bei wenig Sonne ausführbar ist.

Von El Porvenir segelten wir nur ein paar Meilen weiter zu den Chichime Cays. Dort ist die Einfahrt einfacher, weil breiter und tiefer. Es liegen dafür schon so 15 Yachten dort. Für die Anfahrt wird im Panama Cruising Guide von Eric Bauhaus gesagt, dass man sich an einem winzigen, der Hauptinsel vorgelagertem Sandinselchen mit nur 2 Palmen darauf orientieren soll. Dem Tipp kann man nicht mehr folgen, da es dieses Inselchen nicht mehr gibt. Der Anstieg des Meeresspiegels macht sich bemerkbar. Ist schon ein komisches Gefühl, wenn man diese Auswirkungen so hautnah erleben kann.

Bei den Chichime Cays lernten wir einen anderen Guna kennen, der auch gut Englisch sprechen kann. Er erzählte uns wieder aus dem Leben der Guna. Er hat drei Kinder, der Sohn ist in Panama City und kommt dort wohl gut klar. Für seine Tochter wünscht er sich, dass sie jemand von außerhalb des Guna-Volks heiratet. Das war bis vor 20 Jahren noch verboten. Aber heutzutage dürfen die Guna heiraten, wen sie wollen. Dieser Guna war auf der Suche nach einer alten Schiffsbatterie, weil bei sich zuhause seine Solarstromanlage kaputt gegangen war. Einige haben wohl Licht für die Abende, um dann noch an den Molas arbeiten zu können. Damit konnten wir nicht dienen. Eine festere Plastikfolie, mit der er sein Segel flicken wollte, fanden wir an Bord.

In einer Nacht gab es ein kräftiges Unwetter, jede Menge Regen gepaart mit ordentlichen Windböen. Obwohl wir für unsere Verhältnisse wenig Kette ausgebracht hatten, weil es im Ankerfeld recht eng war, hielt der Anker gut. In der geschützten Bucht gibt es kaum Welle. Die Guna auf der Insel zeigten einen Anfall von Galgenhumor. Sie hatten eine Musikanlage und spielten während des stürmischen Wetters “Highway to Hell” und “Knock on Heavens Door”. Aber zum Glück kam keine der Yachten in der Bucht zu Schaden. Am nächsten Morgen paddelte unser neuer Gunafreund komplett aufgeregt in die Bucht und erzählte, dass das Dach seiner Hütte weggeweht war und seine Familie nun völlig hektisch umherlief. Er war losgepaddelt, um neue Palmenblätter für das Dach zu sammeln und von den Yachten Band zu holen. Wir hatten nicht so das Passende, gaben ihm aber Drahtrollen mit, das dürfte noch einfacher sein für das Zusammenschnüren der Blätter und Brot und meine selbstgebackenen Kekse, um die Kinder zu besänftigen. Wieder ein paar Tage später besuchte er uns und bedankte sich. Er brachte ein recht hübsches Armband für mich mit. Wir unterhielten uns noch etwas, wobei es auch wieder um die langen Strecken ging, die er paddelnder Weise zurücklegte, weil seine Familie weiter weg wohnte, hier in der Gegend aber seine Mutter eine Hütte hatte. Das Flicken seines Segels hatte nicht funktioniert. Spontan beschlossen wir, ihm das Segel zu schenken, das zu dem Kayacat gehört. Der segelte sich nie sehr gut und weil die Steckverbindungen dort festgerostet sind, werden wir ihn auch wohl nicht mehr zum Segelcat umbauen. Ich hoffe, er kann damit etwas anfangen, die richtige Größe hat das Segel zumindest. 

Die Guna fragen ja auch, ob sie einem den Müll abnehmen sollen gegen eine Gebühr. Das haben wir immer verneint, weil wir nicht wussten, was damit passiert. Nun erfuhren wir, dass der Müll gesammelt und dann abends verbrannt wird. Da bleiben wir doch lieber dabei, die Säcke zurück nach Linton Bay zu nehmen. Das meiste ist ja Verpackung und damit Plastikmüll, ob der in einem Lagerfeuer vollständig verbrennt? Wo der Müll von Linton Bay aus hinkommt, weiß ich zwar auch nicht, aber es besteht die Hoffnung, dass die Sache auf dem Festland besser geregelt ist.

Es wurde Zeit, sich mal wieder etwas zu bewegen. Wir segelten zu einem Ankerplatz südlich von Banderup, der uns aber nicht so richtig zusagte. Also ging es tags drauf zurück in die Gegend von El Porvenir, dort gibt es zumindest passable Internet. Wir wurden gleich von Nestor wieder begrüßt. 

Dieses Mal lud uns Nestor zu einem Besuch auf seiner Insel ein. Er wollte für uns kochen und uns dann die Insel zeigen. Wir sagten zu. Er kam noch ein  paar Mal, um alles zu verabreden und um immer etwas Geld für Einkäufe zu bekommen. Einmal fragte er auch nach unserem Müll, aber den wollten wir ja wieder mitnehmen. Dann fragte er nach Alu-Getränkedosen. Die Schule veranstaltete einen Wettbewerb, welche Frauen über das Jahr die meisten Dosen einsammeln konnten. Die Sammlung sollte dann nach Panama City zum Recycling geschickt werden. Na, damit konnte ich schon dienen. Zwar benutzen wir nicht viele Getränkedosen, aber ich hatte sie getrennt vom anderen Müll gesammelt. Immer in der Hoffnung, doch noch auf eine Stelle zu stoßen, an der man sie zum Recycling abgeben kann. So konnte ich ihm einen ganzen Sack voll mitgeben. 

Der Besuch auf der Insel war kurz, aber interessant. Wir wurden alleine bewirtet, die Familie isst wohl zu anderen Zeiten. Nestors jüngster Sohn und sein fast gleichaltriger Enkel kasperten um uns herum. Als Mathias fertig war mit dem Essen, waren sie ganz enttäuscht, dass er nichts übrig gelassen hatte. Zum Glück war ich noch nicht fertig und konnte ihnen etwas abgeben. Da hat sich die deutsche Höflichkeit, alles aufzuessen als verkehrt erwiesen. Ob die Jungs immer nur die Reste essen dürfen? Oder ob das die einzige Möglichkeit ist, mal etwas extra zu bekommen? Nestor meinte zumindest, es sei nicht leicht, jeden Tag genügend Reis für seine ganze Sippschaft aufzutischen. In den beiden kleinen Hütten wohnen immerhin 9 Personen ständig: Nestor, seine Frau, seine Schwiegermutter, Zwei Töchter, zwei kleine Söhne und zwei Enkelsöhne. Insgesamt hat er 7 Kinder. 

Beim Rundgang über die Insel sahen wir das Gemeinschaftshaus, in dem Versammlungen stattfinden. Es hatte Sperrholztüren, die mit kleinen Vorhängeschlössern abgeschlossen waren. Doch nicht ganz so gemeinschaftlich nutzbar? Es gibt eins für die Männer und eins für die Frauen. Die Frauen waren gerade dabei, irgendein Festival mit Platanen vorzubereiten. Einige sah man in dem Haus in der traditionellen farbenfrohen Kleidung der Guna. Nestors Schwiegermutter ist auch so ähnlich gekleidet und hat einen Schmuck quer durch die Nase. Die jüngeren Frauen sehen eher westlich aus. Es gibt auf der Insel ein Basketballfeld und diverse Brotfruchtbäume. Kleine Bereiche sehen wie kleine Gärten aus. An einem Ende der Insel ist die Schule, bei der nachmittags gerade die älteren Kinder Unterricht hatten. Hier lagen auch drei Pangas, zwei davon mit Außenbordmotor. Diese größeren Boote gehören der Gemeinde. Drei kleine Läden gibt es auf der Insel, die die Waren aus Panama City verkaufen. Und eine Hütte hatte eine Veranda mit einem Fernseher. Dort fand ein Public Viewing der Fußball WM aus Qatar statt. 🙂

Die meisten Guna beachteten uns nicht weiter. Eine Frau, an dessen Haus wir vorbeigingen, wollte uns ihre Molas verkaufen. Als wir dankend ablehnten, war sie ziemlich genervt. 

Nach dem kleinen Rundgang hatten wir den Eindruck, dass Nestors Hütten in einem ärmeren Teil der Insel liegen. Der Boden hier war nach einem Regenguss schon teilweise unter Wasser. Die Familie hat eine Hütte, die als Küche dient und eine geringfügig größere, die Schlaf- und Wohnbereich ist. Sie ist mit Betten und Hängematten gefüllt. Es gibt eine Stelle, an der so etwas wie ein  Radio steht und eine Steckdosenleiste zum Aufladen der Handies, soweit vorhanden. Der Strom dafür wird über ein Solarpaneel erzeugt. Die Solarpaneele wurden den Guna vom panamaischen Staat zur Verfügung gestellt, sozusagen als Entwicklungshilfe. Wir haben hier nun die Segelmesser verschenkt, die Mathias als Gastgeschenke für abgelegene Südseeinseln mitgenommen hatte.

Der Rückweg zur SAN erfolgte wieder in dem kippeligen Ulu. Nestor hatte sich extra ein größeres geliehen ($5 Leihgebühr von uns bezahlt). 

Das Leben für die Guna auf den überfüllten Inseln ist sicherlich nicht einfach. Die Idylle, die vielleicht früher einmal hier vorhanden war, gibt es nicht mehr.

Von Nalunega aus fuhren wir zurück nach Linton Bay. Hier wollen wir wieder groß einkaufen und aus Panama ausklarieren. In den nächsten Tagen soll es losgehen Richtung St. Martin. Das bedeutet dann viele Tage übers offene Meer zu segeln. Verfolgt uns auf dem Satellitentracker, berichten können wir erst wieder, wenn wir dort ankommen.

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Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Helmut Meyer

    Hi Birte @ Mathias,
    danke für den umfangreichen Bericht !
    Einen aufblasbaren Segelkatamaran dabei zu haben => prima Idee.
    Man muss wohl „nur“ aufpassen, nicht von Starkwind überrascht zu werden … auch ein Cat kann kentern … Das sollte eher nicht zu weit entfernt von der SAN geschehen … Mich hat’s mal bei Haiti auf einem unsinkbaren eher „besegelbaren Surfbrett mit Vertiefung für die Füße“ mit immer weiter zunehmend stark ablandigem Wind erwischt => das Segel am Baum haltende Seil riss ab und ließ sich nur noch bei gekentertem Rumpf im Wasser schwimmend notdürftig flicken …
    Bzgl. Satellitentracker einfach auf Eure Homepage gehen?
    Wünsche Euch eine angenehme Überfahrt nach St. Martin !!
    So long@short
    Yours – Helmut

    1. trimaran-san

      Hallo Helmut,

      Ja, Kentern mit dem aufblasbaren Kat wäre doof. Aber wir haben recht viel Erfahrung im Aufrichten von Strandkats im Wasser, wenn auch nicht mit diesem Model. Es sind zwei Segelsätze dabei, also auch ein „Sturmsegelsatz“ mit weniger Segelfläche. Besser ist es, auf Nummer sicher zu gehen.

      Und ja, auf der obersten Home Page, http://www.trimaran-san.de, ist unten eine Weltkarte zu sehen mit einer blauen gepunkteten Linie. Das ist der vom Satellitentracker aufgezeichnete Kurs. Ich werde den Tracker auf alle 2 Stunden Update einstellen.

      Cheers, Mathias

  2. Sabine Zöchling

    Liebe Birte, lieber Mathias,
    vielen Dank für den umfangreichen Bericht und die tollen Bilder. Jetzt habt Ihr ja unheimlich viel erlebt. Toll!
    Was Ihr alles auf Eurem Boot dabei habt setzt mich echt in Erstaunen.
    Liebe Grüße
    Sabine

    1. trimaran-san

      Liebe Sabine,

      Ja, manchmal haben wir auch einfach zu viel Mist, den wir mit rumschleppen, und finden dann nicht mehr die Dinge wieder, die wir brauchen… 🙂

      LG, Mathias

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