SAN

three hulls, two people, one trip around the world…

Corcovado Nationalpark – Costa Rica

Den Corcovado Nationalpark darf man nur mit Führer betreten. Der Eingang von See aus liegt etliche Meilen von der Ankerbucht entfernt. Wir buchten also hier bei einem der Tourunternehmen Plätze auf dem Boot für den nächsten Tag, Ruhetage gibt es hier nicht, es werden täglich Touren angeboten. Eigentlich ist ein lunch in der Tour enthalten, aber wir nahmen lieber das Angebot an, 10 Dollar weniger zu zahlen, auf den lunch zu verzichten und dafür direkt von unserem Boot abgeholt und zurückgebracht zu werden. Die Touren beginnen nämlich  bereits um 6 Uhr morgens, also kurz nach Sonnenaufgang. Da hatten wir wenig Lust vorher noch ins Dinghy zu steigen, es an den Strand zu ziehen und zum Treffpunkt zu laufen. Das Abholen vom Boot klappte dann auch prima und schon ging es high speed die Küste entlang.

Plötzlich wurden wir langsamer und bogen vom direkten Weg ab. Umfuhr der Käpt’n gerade eine Untiefe? Nein, er hatte ein Walkalb gesichtet. Zusammen mit zwei weiteren Tourbooten trieben wir auf dem Wasser und beobachteten, wie sich der Rücken des Wales aus dem Wasser hob und wieder abtauchte. Erst eine ganze Weile später kam auch das Muttertier zum Atmen an die Wasseroberfläche. Wale sind zweimal im Jahr in Costa Rica zu sehen. Einmal kommen sie aus der Arktis runter und einmal kommen sie aus der Antarktis hoch. Immer um hier ihre Jungen zur Welt zu bringen. Der Führer meinte, damit sind sie echte Costa Rica Staatsangehörige. 

Beim Parkeingang angekommen fuhr das Schnellboot, wie es hier üblich ist, mit dem Heck voran auf den Strand zu und wir stiegen durch das Wasser watend aus. Der Untergrund war recht steinig, wir waren vorgewarnt und hatten unsere Neoprenschuhe an. 

Die Wanderung durch den Wald (ohne Maske in der Gruppe) war sehr schön. Es ging immer im Schatten der Bäume und wegen der relativ frühen Stunde war es noch nicht zu heiß. Der Pfad war gut ausgetreten, aber man musste schon darauf achten, wo man hintrat. Baumwurzeln, kleine Flussläufe, über Stufen zu überwindende Höhenunterschiede verlangten nach Aufmerksamkeit.

Gab es Tiere zu sehen, hielt unser Führer an und dirigierte uns an eine Stelle, von der man gut beobachten konnte. Diese Tiere sahen wir: 

Wildschweine

2 verschiedene Arten von Affen, die sich ein Gebiet teilten, weil sie sich von unterschiedlichen Dingen ernähren. Die Affen waren oben in den Baumwipfeln zugange.

Dann hörten wir die ganze Zeit Vögel, die sich anhörten wie ein auf Vibration gestelltes Handy. Gesehen haben wir die erst ganz zum Schluss. Es sind Curaçaos, pfauengroße Vögel.

Wir sahen Ameisen mit teils beeindruckenden niedergetrampelten Straßen, Schmetterlinge, eine Libelle, die im Flug wie eine Drohne aussah, eine Eidechse, einen kleinen schwarzen Vogel mit feuerrotem Rücken, eine Tarantula, die in einem Baumstumpf saß und es sich gefallen lassen musste, von einer Handytaschenlampe bestrahlt zu werden, einen Kaiman am Flussufer, der sich sonnte und kein bischen bewegte.

Zum Ende der Tour kamen wir an eine Flussmündung, im Hintergrund die Brandung des Pazifiks. Dort lag ein Babykrokodil im Wasser und ließ sich treiben. Sehr malerisch zog eine Schar Pelikane durch das Bild. 

Die Krokodile und Kaimane hier in der Gegend sollen harmlos sein. Sie bekommen genügend Beutetiere zum Fressen und sind auch noch nie von den Menschen gefüttert worden, deshalb interessieren sie sich nicht für Menschen.

Als wir schon wieder am Abfahrtspunkt waren, wurden wir nochmal zurückbeordert und liefen über den Strand und wieder in den Wald zu einer Stelle, wo ein Tapir im Wald lag und sich ausruhte. Er ließ sich durch all die Kameraleute nicht stören.

Natürlich bestand der Wald auch aus vielen beeindruckenden Bäumen. Nur sehr alt werden die hier nicht. Sequioas z.B. nur so 300 Jahre. Zum einen haben die Bäum ein Stabilitätsproblem, weil es im Oktober heftigst regnet, 2 m Niederschlag in dem einen Monat, und zum anderen gedeihen im feuchten Klima Pilze, die die Bäume befallen. Es wird zwischen primary and secondary rainforest unterschieden. Der primary forest ist älter, ihn gibt es schon lange. Der secondary forest ist erst 30 Jahre alt, als auf der Osa Halbinsel viele Flächen wieder aufgeforstet wurden. Den primary forest kann man an einer Palmenpflanze erkennen, die gar nicht groß ist. Sie muss wohl recht langsam wachsen.

Es gab einen großen Baum, der von innen schon durch Pilzbefall komplett ausgehöhlt war. Man konnte dort in den Stamm hineinkriechen durch eine Öffnung an einer großen Wurzel. Diesen Baum wird es wohl nicht mehr lange geben, unser Führer meinte, noch ca. 3 Jahre.

Ein weiteres beeindruckendes riesiges Gewächs war eine Feigenbaumart. Sie heißt Würgefeige, weil sie sich von oben über andere Bäume windet und diese dann erstickt, um selbst zu einem Baum zu werden. Ziemlich brutal eigentlich.

Auf dem Rückweg mit den schnellen Booten sahen wir ein Segelboot, das später auch zu uns in die Bucht kam, sie blieben aber nicht länger, weil sie Probleme mit ihrer Propelleraufhängung hatten und schon einen Termin zum Kranen in der nächsten Marina. 

Beim Absetzen zurück auf unserem Boot bummste das Schnellboot ein wenig gegen den Rumpf, es passierte aber nichts weiter. Ist doch nicht so empfindlich wie man fürchtet. Wir wollten uns bei einem Hörbuch entspannen, schliefen aber für 2,5 Stunden ein. Bei der Hitze, dem frühen Aufstehen und dem 8 km Rundgang braucht man nach getaner Arbeit halt eine Siesta!

Auch die Drake Bay selbst bietet viel wunderschöne Natur. Eine Wanderung entlang der Küste und ein Ausflug zu Wasserfällen werden die nächsten Blog-Themen sein. 🙂

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Dieser Beitrag hat 6 Kommentare

  1. Werner

    Tolle Bilder! Wir beneiden Euch!
    Werner

    1. trimaran-san

      Ja danke, nun macht das Segeln wieder Spass! 🙂 LG, Mathias

  2. Christian

    Moin Birte und Mathias,
    so schöne Bilder – wir sind Dank Euch „Sofa-Touristen“ – das macht sehr viel Spaß! Vielen Dank für Eure schönen Berichte. Ich lese gerade Bobby Schenk, bin gerade im Teil über Fr. Polynesien – ich wünsche Euch, dass Ihr da auch noch bald „rüberkönnt“.

    In ca. 4 Wochen kommt die Kairos wieder ins Wasser – wir freuen uns schon!

    Grüße aus dem Norden
    Christian

    1. trimaran-san

      Hallo Christian, ja, wir fühlen uns hier wieder deutlich wohler als den größten Teil des letzten Jahres. Franz Poly hat keine Eile. Diese Küste ist auch sehr nett. Und so können wir uns wieder langsam ans Segeln gewöhnen, und das Schiff auch… 🙂 Haben diese Tage Rückkehrer aus Fran Poly getroffen: 50 Tage von Marquesas bis Costa Rica. Das ist eine lange Stecke und viele Tage für eine kleine Crew wie wir es sind… VLG, Mathias

  3. Micheline

    Sehr schöne Bilder. Was für eine Natur! Was für ein Glück für euch, die Wale gesehen zuhaben!!!
    Bin ganz gespannt wohin euer nächster Ausflug geht.
    Lieben Gruß
    Micheline

    1. trimaran-san

      Ja, das war wirklich Glück, die Wale gesehen zu haben…. Als wir einige Tage später explizit mit eigenem Boot mal losgezogen sind, um Wale zu sehen, waren wir nicht erfolgreich…. VLG, Mathias

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