SAN

three hulls, two people, one trip around the world…

Horta auf den Azoren

Horta ist ein hübsches Städtchen, und man kann gut zu Fuß überall hinkommen.

Hübsche Minibalkone:

Hier gibt es wieder europäische Supermärkte mit europäischen Waren und Preisen. Für unseren Normaleinkauf mit einem Rucksack und zwei Kühltaschen zahlten wir nur 80 Euro statt 200 $ wie auf den Bahamas.

Parkanlage in der Nähe der Markthalle:

Von Mitgliedern des Transocean Vereins wurde ein gemeinsamer Grilltermin organisiert. An der Kaimauer liegen die Boote im 3er Päckchen. Durch die Bewegungen sind bei den innersten Booten schon alle Fender kaputtgescheuert.

Die Steine hier werden bemalt, damit eine Schutzheilige das Schiff beschützt. Wir haben uns noch nicht entschieden, ob wir auf einen anderen Schutzengel setzen sollen und keine Farbe in Wassernähe verwenden, oder ob wir unsere künstlerische Ader mit einem kleinen SAN Logo auf die Probe stellen sollten.

Die große Laterne ist der aufgehende Mond 🙂

Hier sieht man ein (französisches) Boot, das nicht genügend Platz gelassen hatte beim Ankern. Sie waren beim Einklarieren, als sich die Boote drehten und saßen nun fast auf unserem Heck. Das kann gefährlich werden, wenn sich deren Kette streckt und gegen unser Ruderblatt kommt. Als sie zurückkamen, waren sie wenig einsichtig, überhaupt eine Fehleinschätzung bei der Wahl des Ankerplatzes gemacht zu haben. Sie ankerten aber um, wahrscheinlich hatte der Hafenmeister sie dazu aufgefordert.

Natürlich gibt es auch immer etwas zu Reparieren und Gelegenheiten, Mathias von irgendwelchen Hebekonstruktionen baumeln zu lassen. Diesmal mussten wir einen neuen Riemen für die Befestigung des Schothorns (untere, hintere Ecke) des Großsegels anbringen. Den neuen Riemen nähten wir aus einer Lifeline.

Die Walverarbeitungsfabrik — heute ein Museum

Herman Melville soll in “Moby Dick” geschrieben haben, dass die besten Walfänger-Seeleute von den Azoren kamen. Liegt vielleicht daran, dass die Wale hier in kleinen Booten mit Harpunen gejagt wurden. Auf jeden Fall ist es gut, dass die Leute auf den Azoren heutzutage ihr Geld mit Walbeobachtungstouren verdienen statt zu jagen.

Die meiste Zeit lagen wir in Ruhe recht gut am Anker am Rande des Ankerfelds. Dann kam ein Hafenaufsichtsboot und bat uns umzuankern, weil ein großes Frachtschiff in der Nacht erwartet wurde. Wir folgten der Aufforderung und suchten uns einen neuen Platz. Als es schon dunkel war, kam das Hafenboot nochmal vorbei und meinte, der neue Platz sei nicht gut genug, wir sollten weiter ins Hafenbecken reinfahren und dichter an der Marina ankern. Leicht gesagt, aber nicht so einfach getan. Alleine durch die vielen Ankerlieger hindurch zu kurven, war schon schwierig. Dazu kam, dass der Anker sich partout nicht eingraben wollte. Wir machten mehrere Anläufe an einem Platz, fuhren dann zu einem zweiten Platz. Auch dort gab es Schwierigkeiten. Wir waren gerade dabei, den Anker wieder hochzunehmen, als nichts mehr ging: Er hatte sich irgendwo verhakt! Das Hafenboot war zufrieden und meinte, dann sollten wir halt festsitzen und morgen weiterschauen. Mit nur 20 m Kette, um nicht an die umliegenden Boote zu stoßen, hingen wir also irgendwo fest. Mathias verbrachte die Nacht oben als Ankerwache. Um etwas unternehmen zu können, mussten wir einen Tag ohne Böen abwarten, weil ein Manöver innerhalb des dicht besetzten Ankerfelds sonst zu gefährlich wäre. Neben uns fuhr ein Franzose ab. Sein Anker hatte sich auch verhakt. Er tauchte runter. Er musste “nur” eine große alte Kette wegschieben. Er schaute bei unserem Anker nach und meinte, das sähe gar nicht gut aus, wir seien in einem großen alten Schiffsanker vertüddelt, der dort auf dem Grund liegt. Hm. Brauchen wir vielleicht einen Taucher, der uns helfen kann.

Am nächsten Tag war es ruhiger und wir nahmen die Situation in Augenschein. Da wir nicht so die Taucher sind, setzten wir uns ins Dinghy mit einer GoPro Kamera und filmten die Gegend ab. Dann steckte ich noch meinen Kopf vom Dinghy aus ins Wasser. Es sah gar nicht so schlimm aus wie befürchtet. Unser Anker klemmte zwischen zwei Steinen, war aber nicht mit dem alten großen Anker vertüddelt. Wenn das der Fall gewesen sein sollte, hatte sich das in der Nacht zurechtgeruckelt. Wo wir nun wussten, was los war, konnten wir mittels eines Schiffsmanövers den Anker frei bekommen und setzten uns wieder an den Rand des Feldes.

Als Tipp: Es ist nicht zu empfehlen im hinteren (Sackgassen-) Teil des Hafenbeckens zu ankern. Der Untergrund besteht aus Steinen und alten Schiffsketten, sowie mindestens einem alten Schiffsanker.

Zwei Bilderbuchblogbeiträge sind in Arbeit über Faial und Pico……

Gefällt dir dieser Artikel? Teile Ihn mit deinen Freunden

Dieser Beitrag hat 10 Kommentare

  1. Reinhold

    Nur 80 E für einen Rieseneinkauf? Das schaffe ich nicht einmal im hiesigen Lidl. Portugal muss ein preiswertes Land sein. Wundert mich, dass die Hafenbehörde das Marinabecken nicht von Zeit zu Zeit säubert, wenn man die Anker schon von oben sieht. Aber so bleibt immer was zu tun.
    Schöne Bilder, und sogar eine Isetta. Findet man in D nicht mehr.
    Weiter viel Spass
    LG

    1. trimaran-san

      Naja, 80 Euro war nicht der Rieseneinkauf. Heute waren es 2 Rucksäcke, 3 Taschen, und das waren 132 €. Aber dafür hätten wir auf den Bermudas 400 $ ausgegeben…

      Der Stockanker im Hafenbecken sichert die Existenz des lokalen Tauchers. Ganz einfach… 😉

      LG, Mathias

  2. Helmut Meyer

    Hallo Birte@Mathias,
    noch zu Eurer Überfahrt von West => Ost: Bei Seegang per Bootsmannstuhl “in den Mast steigen zu müssen” … und das auf einem Mehrrumpfschiff wie der SAN … kann zu mehr als nur ein paar blauen Flecken führen. Liegen bei Euch Erfahrungen vor, wie / womit sich bei dgl. Zirkusakrobatik für den Durchschnitts-Trittleiternutzer die Überlebenswahrscheinlichkeit erhöhen läßt?
    Ich beneide Euch !!! Warum? Die Azoren sind eine wahre Oase für Sporttaucher wie mich ==>> Mehr als 20 verschiedene Wal- und Delphinarten, etliche Arten von Meeresschildkröten und einige hundert Fischarten inkl. Mantas, Haie und Zackenbarsche lassen sich gern beobachten. Unzählige Tauchplätze – auch mit Wracks – erwarten Taucher auf den Azoren. Ein ganz besonderes Highlights von Faial aus sind Tauchgänge mit Blauhaien am 10 Meilen von Faial entfernten Tiefseeberg Condor.
    Könnte für Euch Schnorcheln mit Delphinen ein Thema sein? … Infos dazu werdet Ihr in Horta finden.
    Euer jetziger Hafen von Horta auf Faial blickt auf eine Jahrhunderte alte Kultur der Schifffahrt zurück und ist eine Hauptstadt des Segel- und Yachtsportes.
    Falls Ihr auf der Insel etwas Unverzichtbares sehen wollt ==>> Die Caldera von Faial, ein gewaltiger Vulkankegel ==>> die Wanderung entlang dessen Kraterrandes, der einen Durchmesser von zwei Kilometern hat – ist Euren Besuch wert. Jedenfalls dürft Ihr (meiner unmassgeblichen Meinung zufolge) diese Insel nicht verlassen, ohne den Caldera-Rundgang gemacht zu haben …. Mathias zur Erinnerung – die Berechnung des Umfang eines Kreises (hier der Caldera) hat etwas mit dem griechischen Buchaben Phi zu tun …. Kann Euch versprechen, solange Ihr dort herumwandert, gibt es keinen Ausbruch des Vulkans …
    So long@short
    Yours – Helmut

    1. trimaran-san

      Hallo Helmut,

      wir hatten ja extra ein Flautengebiet angesteuert, damit das Boot etwas ruhiger liegt. 8-9 kn Wind, aber leichter Schwell war natürlich immer noch da. Wir verwenden immer ein zweites Fall als Sicherung, wenn ich in den Mast muss. Umständlich, aber… ich habe inzwischen schon einen älteren Herren getroffen, der einmal abgestürzt ist. War nicht gut.

      Wir waren schon am Vulkangipfel – allerdings sind es 8 km einmal rum, etwas zu viel für uns… 😉 Und wir wollten noch andere Dinge sehen auf der Insel. BTW, es ist Pi, nicht Phi! 😀

      LG, Mathias

  3. Reinhold

    Was ist Pi zum Quadrat? Pipi

  4. Helmut Meyer

    Sorry for the “Phi” (echt mein Lapsus) …. aber solange es nicht “My”, “Ny”, “Xi” oder gar gemäß Reinhold nicht “Pipi” macht ==>> so lange könnt Ihr unbesorgt den Vulkangipfel umfliegen …

    1. trimaran-san

      🙂 Mir war es auch gar nicht aufgefallen. Es war Birte, die das gemerkt hatte…

  5. Reinhold

    Und sonst wäre der Blog ja nur halb so witzig.
    Nichts für ungut

  6. Reinhold

    Birte macht ja sorgfältiges Kontrollesen ihrer Artikel. Wir könnten unter Bloggern einen Wettbewerb machen:
    Wer einen Tippfehler entdeckt, darf einmal auf der San umsonst…
    …den Abwasch machen.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.