SAN

three hulls, two people, one trip around the world…

Oh, so schön ist immer wieder Panama

Die große Lücke zwischen den Blogeinträgen ist entstanden, weil wir für 6 Wochen in Deutschland waren.

Zum letzten Blogeintrag gibt es noch Bilder von Portobello nachzureichen. Dort lagen wir ein paar Tage, bevor es nach Linton Bay weiterging. Portobello hält, was der Name verspricht, es ist eine hübsche kleine Hafenstadt an Panamas Atlantikküste. Ihre Hauptattraktion ist die schwarze Jesusstatue in der Kirche San Felipe de Portobello.

Die schwarze Jesusstatue

Bevor es losging auf Heimatbesuch, sollte die SAN aus dem Wasser gehoben und an Land gelagert werden. Dafür liefen wir die Marina in Linton Bay an. Einen Tag vor unserem Termin hing an dem großen Travellift ein altes Piratenschiff mit 110 to Gewicht. Der Lift kann bis zu 160 to heben, aber es gab Probleme mit einem der Motoren. Wir sahen schon unseren Termin platzen. Der Travelliftbetreiber führte diverse Telefonate, am Ende wurde das große Schiff wieder in das Hafenbecken gesetzt. Unser „leichtes“ Boot sollte keine Probleme bereiten, wurde uns versichert, Am folgenden Tag sollten wir um 9 Uhr kommen, dann hieß es 10:45 Uhr. Kurz nach 13 Uhr ging es tatsächlich los. Die SAN baumelte an zwei Gurten im Travellift. Ein Platz war ausgesucht. Erst jetzt ging die Frage nach der richtigen Unterstützung los. Wir brauchen Metallstützböcke unter den Holmen beim Übergang vom Mittelrumpf zu den Auslegerrümpfen, davon waren aber nicht genügend vorhanden. Zunächst wurden deshalb Holzstapel aufgeschichtet, um den Mittelrumpf aufzusetzen. Der Travelliftführer war allerdings mit dieser Auflagerung nicht zufrieden. Er meinte, der Rumpf würde sich eindellen. Das sei o.k. für ca. eine Woche, aber nicht für die 7 Wochen, die wir planten.

Einiges Hin und Her, dann wurde beschlossen, die SAN wieder ins Wasser zu setzen. Zum Glück hatte die Marina noch Platz. Es blieb uns also nichts übrig, als das Boot gut zu vertäuen. Wir bereiteten alles vor für den langen Aufenthalt. Es kann recht windig werden, aber die starken Regengüsse sind das größere Problem. Dafür kann man jemanden aus der Marina beauftragen, dass nach einem Regen das Boot kontrolliert wird, ob etwas vollgelaufen ist. Zwar können nun wieder Muscheln am Rumpf wachsen, aber im Atlantik ist die Bewuchsrate nicht so schlimm wie im Pazifik und als wir am Kran hingen, wurden die Rümpfe eh gesäubert und sahen danach recht gut aus. Haben wir in letzter Zeit immer gut gepflegt. 🙂

Kurz vor unserer Abreise wurden noch die Bananen reif.

Die Fahrt nach Deutschland planten wir möglichst stressfrei. Es ging am Sonntag per Taxi von Linton Bay bis zu einem Hotel in der Nähe des Flughafens Tocumen von Panama City. Der Flug startete erst am Montag Nachmittag. Geflogen sind wir mit Iberia über Madrid. Alles lief problemlos, die Landungen erfolgten vor der geplanten Ankunftszeit, Transit in Madrid ging zügig. Bis – wir in Hamburg landeten! Hier standen wir vor dem Gepäckband und bestaunten 13 Koffer, die wohl von einem anderen Flug übrig waren. Unser Gepäck kam nicht …. und kam nicht …… und kam nicht. Doch plötzlich: Es tut sich etwas, einige Koffer poppten aus der Luke auf das Band. Einer davon war sogar unserer. Nur – wir hatten zwei aufgegeben. Vorsichtiges Nachfragen, woran die Verzögerungen liegen könnten, brachte nur eine gepolterte unhöfliche Reaktion, wir sollten gefälligst warten. Willkommen in Deutschland! Nach über zwei Stunden hatten wir unsere beiden Gepäckstücke (es waren noch immer nicht alle aus dem Flieger raus) und konnten den Flughafen verlassen. Einzig Positives: Das 9 Euro Ticket für den Nahverkehr konnte man schon in der Gepäckrückgabehalle am Automaten lösen und man hatte ja viel Zeit, sich durch das Menü zur richtigen Fahrkarte durchzutippen. 😉

In Hamburg verbrachten wir viel Zeit mit Freunden und Familie. Den Boxenstopp nutzten wir auch für diverse Arztbesuche, um Vorsorgeuntersuchungen durchzuführen und ich bekam meine zwei permanenten Kronen. Da war ja noch ein Provisorium aus Mexiko im Mund. Meine Zahnarztpraxis hatte die Formalitäten schon vorher per Mail geklärt. 

Wir konnten nicht in die Garage fahren, weil dort an einem Modell für ein Architekturstudiumsprojekt gebaut wurde.

Zwei Wochen verbrachten wir im schönen Städtchen Kappeln in Schleswig-Holstein. Dort wollen wir hinziehen, wenn wir unsere Weltenbummelei an den Nagel hängen und segeltechnisch wieder in die dänische Südsee zurückkehren. Aber das hat ja noch etwas Zeit. 

Zunächst ging es zurück nach Panama. Der Flieger von Hamburg aus sollte um 7 Uhr morgens starten. Nach den Erfahrungen vom Hinflug standen wir schon kurz nach 4 Uhr morgens in der Schlange vor der Gepäckannahme. Wir waren an 8. Stelle. Dadurch konnten wir in aller Ruhe durch die Sicherheitskontrolle. Ich musste wieder zum Abtasten, die Cargohose hatte wohl zu viele Beulen 😉 . Auch mein Rucksack wurde geöffnet. Nur unfreundlich waren die Sicherheitskontrolleure diesmal nicht. Der eine war gerade dabei, eine andere Frau darüber zu belehren, was als Flüssigkeiten in den extra Beutel muss. Natürlich nicht in einer aufklärenden Art, sondern mit dem Spruch: “Ich sage, was als Flüssigkeit gilt.” Das bezog sich auf einen Deostick. Wir hatten also nur Glück, die Leute an den Kontrollen haben sich nicht geändert.

Die beiden Flüge liefen gut. In Madrid kamen wir eine halbe Stunde früher an. Zwar mussten wir mehrere Versuche starten, bis das Lesegerät unsere Pässe erkannte, aber immerhin erinnerte ich mich daran, dass man die Maske abnehmen muss für den Abgleich. Im zweiten Flieger von Madrid nach Panama City gab es wieder die neuesten Kinofilme zu sehen. Da habe ich gleich zweimal “Downton Abbey – A new era” angeschaut 🙂

Auch beim Zoll und der Einreise nach Panama wurden wir nicht nach einem Rückreiseticket gefragt, wie es andere Segler berichtet hatten, aber Fingerabdrücke (soweit vorhanden) von beiden Händen wurden gespeichert. 

In Panama City wartete das Taxi aus Linton Bay. Er kam mit einem anderen Auto als auf der Hinfahrt. Das erwies sich als ungünstig, da nur für das Hauptauto die Gebühren für die Schnellstraßen bezahlt waren. Deshalb eierten wir über kleine und Nebenstraßen, gerieten in den Feierabendstau in Panama City und Colon. Es war schon etwas gefährlich, so unangeschnallt bei starkem Regen auf dunklen, schmalen Straßen zu fahren — einmal erwischte unser Außenspiegel den Spiegel von einem entgegen kommenden Auto. Am Ende kamen wir aber wohlauf bei unserem Boot an. Die Fahrt kostete mehr als die Hinfahrt – alles wird teurer.

Jetzt heißt es: wieder an die Hitze gewöhnen. Langsam auspacken. Wir werden nicht gleich aus dem Wasser gehen, um den Unterboden zu streichen, erstmal eingewöhnen. Ginge eh noch gar nicht, weil der Travellift gerade kaputt ist und auf Ersatzteile wartet.

Der Kran soll wieder heil sein, aber die Leute in der Marina sind damit beschäftigt, diese neuen Pods einzuweihen:

Wir segelten nach Shelter Bay. Dort liegt noch die Carry On und es gibt bessere Möglichkeiten zum Einkaufen und ATMs, an denen man Bargeld abheben kann. Linton Bay liegt im Dschungel, dorthin muss man Bargeld mitbringen. Shelter Bay Marina liegt zwar auch recht abgelegen, aber es gibt eine Busanbindung nach Colon. Bei unserem letzten Aufenthalt in der Marina wurde hier gerade alles dicht gemacht wegen Corona. Jetzt ist der Pool, das Restaurant und der Grillplatz wieder zugänglich. Mehr im nächsten Bericht.

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Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Matthias

    Schön, dass ihr den Heimaturlaub gut überstanden. Endlich kann ich euch wieder mit dem Finger auf der Landkarte folgen. Wenn ich euren letzten Blog-Eintrag richtig interpretiere, wird mein Finger wohl noch eine ganze Weile auf Panama bleiben?! Wie lange rechnet ihr denn für die Überholung der SAN? Und was sind danach eure weiteren Ziele? Beste Grüße aus der alten Heimat – Matthias

    1. trimaran-san

      Moin Matthias,

      Momentan ankern wir vor Shelter Bay, um Freunde auf deren Boot hier zu besuchen. Linton Bay, wo wir aus dem Wasser wollen, ist diese Woche im Stress, daher versuchen wir es dort vielleicht nächste Woche, aus dem Wasser zu kommen. Mal schauen. Sollte eigentlich in ein zwei Wochen erledigt sein, die Arbeiten, die dann am Rumpf zu tun sind. Danach soll es Richtung San Blas gehen, aber unsere Freunde wollen nach Kolumbien, also gucken wir mal, ob das auch eine Option für uns ist. LG, Mathias

  2. Reinhold

    Architekturprojekt in der Garage: studiert Maika Architektur?
    Kappeln: sieht schön aus, auf Google maps. Keine schlechte Idee als Alterssitz, in der „dänisches Sudsee“, hehe. Habt Ihr da schon einen Stützpunkt, dass Ihr dort zwei Wochen verbringen konntet oder ging das über Ferienmietwohnung?
    Deutschland: ja, man lernt sein Land schätzen, wenn man es nach langer Zeit mal wieder besucht… Mir persönlich reicht mein letzter Besuch (2019) und habe keine Eile auf den nächsten. Gute Schiffsüberholung wünsch ich!

    1. trimaran-san

      Jo, zweites Studium Architektur nun… 🙂 Wir hatten eine Ferienwohnung in Kappeln gemietet gehabt. Schön zentral, und unwahrscheinlich komplett eingerichtet. Cheers, Mathias

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