Guadeloupe bis St. Martin

Immer wieder geht die Sonne unter:

Wir segelten erst ein Stückchen die Küste von Guadeloupe hoch und ankerten bei Pidgeon Island. Das Gebiet dort heißt Cousteau Nationalpark. Da musste man natürlich schnorcheln. Die Fischvielfalt war auch beeindruckend. Leider habe ich eine unserer GoPro Kameras schon kaputt gemacht, weil die wasserdichte Schutzhülle nicht wirklich wasserdicht war. Es gibt also zunächst noch keine Unterwasseraufnahmen.

Vor Anker bei Deshaies, Guadeloupe:

Der Reiseführer schlägt Unternehmungen für den Landgang vor. Eine davon ist, den Flusslauf hoch zu laufen. Es soll einen kleinen Pfad geben und man muss auch mal über die Steine klettern. Wir hätten vorgewarnt sein sollen. Der Autor des Reiseführers schrieb, dass Leser angemerkt hätten, der Spaziergang sei zu anstrengend, woraufhin er schrieb, dass ein fünfjähriges Kind den Gang mühelos mitgemacht hätte. Kurz, wir ließen uns nicht abschrecken und folgten dem Fluss flussaufwärts. Zunächst ging es auch ganz gut. Entweder am linken oder rechten Ufer entlang und der Seitenwechsel wurde über die großen Steine im Fluss bewerkstelligt. Zwar nicht super einfach, aber durchaus machbar.

Irgendwann sollte man nach links auf eine Straße abbiegen können und auf dieser leicht und bequem in den Ort zurückwandern können.  Hm, es tat sich kein abzweigender Weg auf und der Trampelpfad wurde ebenfalls immer enger und schwieriger zu entdecken. Wir stiegen etwas höher und wanderten in die Richtung der Straße. Ziemlich schnell ging es mitten durch das Gebüsch. Diverse Kratzer an den Beinen und ein paar Ameisenbisse waren das Ergebnis. Wacker schlugen wir uns durch.

Nach ca. 2 Stunden Dschungelabenteuer stießen wir auf erste Anzeichen der Zivilisation: Ein Zuckerrohrfeld und Müll im Wald. Man konnte ein Haus sehen, aber dort bellte ein Hund, also lieber noch ein Stückchen weiter. Bei einer Klosteranlage kamen wir schließlich aus dem Wald und fanden die Straße, die in den Ort zurückführte. Ob seit der Auflage des Reiseführers die Verbindung zwischen Fluss und Straße zugewachsen ist?

Immerhin hatten wir nun einen schönen Blick auf die Bucht und unser Schiff:

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Als zweiter Tagesauflug stand der Besuch des Botanischen Gartens an. Dieser liegt bergan die Straße hoch. Zwar soll man einen shuttle-Bus anrufen können, aber wir fühlten uns fit und spazierten los. Der Weg war nicht zu weit, aber da es selbst morgens schon fast 30 Grad heiß ist hier, kamen wir schon recht verschwitzt und pustend an. Jedenfalls fühlte sich die Dame an der Kasse bemüßigt, uns auf den shuttle-Service aufmerksam zu machen. (Auf dem Rückweg nahmen wir ihn dann in Anspruch.) Der Garten war sehr schön angelegt mit Koi-Karpfenteich, Papageien und Flamingos, künstlichen Wasserläufen und natürlich jeder Menge exotischer Pflanzen: Palmen, Buntblätter, Strelizien, Hibiskus usw. usw. Alle in riesigen Größen nicht zu vergleichen mit unseren Zimmerpflanzenvarianten. An allen möglichen Stellen waren Punkte angebracht, an denen sich Orchideen festklammern konnten. Der Besuch hat sich gelohnt. Als Tüpfelchen auf dem i hatte man auf dem Berg auch guten Mobilfunkempfang und ich konnte endlich ein paar fällige Überweisungen tätigen. Banking im Garten – so muss es sein 🙂

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Antigua

In der Ankerbucht Freeman Bay bei English Harbour, Antigua, hatten wir gerade einen Platz gefunden und uns häuslich niedergelassen, als ein weiteres deutsches Schiff mit Transocean Wimpel ankam und sich einen Platz vor uns aussuchte. Beim Schnorchelausflug schwamm ich bei Ihnen vorbei und lud sie auf einen Besuch auf unser Schiff ein. Sie kamen auch und machten einen netten und eigentlich ganz zufriedenen Eindruck. Um so erstaunter waren wir, als wir am übernächsten Abend die Frau auf einem weiteren deutschen Schiff antrafen und erfuhren, dass sie von Bord geworfen worden war und nun wohl spontan ihre Heimreise buchen muss. Tja, das Zusammenleben an Bord kann seine Tücken haben. Aber dass bei uns einer von Bord fliegt, kann so schnell nicht passieren, dazu haben wir gegenseitig zu wenig Lust auf die Aufgaben des jeweils anderen 😉

Der English Harbour ist so eine Art Superyacht-Treffpunkt. Normalerweise sieht man höchstens mal eine Superyacht mit riesigem Mast und bewundert sie von weitem. Nachts hat diese Yacht dann eine rote Flughindernisbefeuerung auf ihrer Mastspitze brennen und der Mast wird von weiteren weißen Lampen sehr hübsch in Szene gesetzt. Im English Harbour schaut man auf einen ganzen Mastenwald. Dazwischen liegen noch einige Motoryachten, die sich sehen lassen können. Selbst die Galleonsfiguren sind Hingucker:

Hier liegt das Geld der Londoner Finanzszene herum 😉 Entsprechend sind auch die Preise in den Andenkenläden. Ein Geschirrhandtuch sollte 15 US-Dollar kosten. Ich habe darauf verzichtet…….

Wir waren zweimal an Land und wieder mal auf Supermarkttour. Der nahegelegene Supermarkt war klein aber ok und hatte eine Menge britische Produkte (lecker :)). Es sollte aber noch einen weiteren geben, der größer und gut sortiert sein sollte laut Reiseführer. Wir machten uns mit den Rädern dahin auf den Weg. Beinahe wären wir vorbeigefahren. Der Supermarkt war deutlich kleiner und auch schlechter ausgestattet als der erste, aber es gab eine Anzeige des Supermarktes im Reiseführer. Ein Schelm, der glaubt, hier bestehe ein Zusammenhang. Ein weiteres Highlight sollte laut Reiseführer ein Gutshaus sein, das gerade als Museum hergerichtet worden war und an und für sich öffentlich zugänglich sein sollte, wenn nicht gerade der Gouverneur dort wohnt. Nun, er musste wohl zuhause gewesen sein, jedenfalls war alles abgesperrt. Ich beginne, unseren Reiseführer mit Vorsicht zu genießen.

In der Freeman Bay liegen so einige Schiffe. Die Bucht ist recht geschützt, aber es gibt wie überall ein paar Lücken in den Bergen, durch die der Wind pfeifen kann. Bei wenig Wind bewirkt dieser extra Wind, dass sich die Boote vollkommen unterschiedlich ausrichten. Manchmal sind sie im 90 bis 180 Grad Winkel zueinander versetzt. Das kann natürlich bei langen Ankerketten dazu führen, dass man doch zu nahe an seinen Nachbarn herankommt. Wir haben den Anker noch einmal versetzt, weil ein benachbartes Schiff doch zu dicht neben uns schwoite.

Im Hafen sahen wir auch zwei der Ruderboote, die gerade über den Atlantik gekommen waren.

Nach ein paar Tagen ging es weiter Richtung Norden. Zu Antigua gehört auch Barbuda. Eine flache Insel mit wenig Bewohnern. Wir ankerten mit nur zwei Superyachten in einer Bucht. Man musste ein Panoramaphoto machen, um beide gleichzeitig zu fotografieren. Auch der Strand war entsprechend einsam. Das Wasser hatte eine tolle türkise Farbe. Echtes Karibik-Feeling.

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St. Martin

Die nächste Station unserer Reise war St. Martin/Sint Maarten. Die Insel hat einen holländischen und einen französischen Teil. Wir kamen erst im holländischen Teil an, fuhren aber am nächsten Tag um die Ecke zum französischen Teil. Dort sollte unser neuer Watt&Sea Hydrogenerator hin geliefert worden sein. 

Mathias fuhr zu dem Laden und fragte nach, aber der Besitzer konnte gerade keine Auskunft geben, weil er in ein Pokerspiel vertieft war. Erst als sich Mathias mit jemand anderen unterhielt und unser Schiffsname fiel, sagte die Dame an der Kasse plötzlich, sie habe ein Paket für dieses Schiff bei sich liegen. Da hatte es also doch schon geklappt!

Trotzdem konnten wir nicht gleich weiterfahren.  Es gab noch das Projekt, den SSB-Funkempfang zu optimieren und es herrschte starker Wind. Zwar war das Wetter so, dass man die Fahrt über das Karibische Meer antreten könnte, es würde aber eventuell ungemütlich werden. Für das SSB-Projekt hatte Mathias sich einige Spezialteile zu unserer Tochter nach Hamburg liefern lassen, in der Hoffnung, dass jemand zu uns nach Panama kommen würde und diese Teile mitbringen könnte. Diese Hoffnung zerschlug sich aber. Schwierig Leute spontan zum Kommen zu bewegen. Da der Preis für die Luftfracht fast identisch mit einem Flugticket hin und zurück war, beschloss ich, die Sachen abzuholen und auf diese Art einen Heimaturlaub von einer Woche haben zu können. Endlich mal wieder Kälte 😉

Der Flug nach Hamburg bzw. Amsterdam bescherte mir ein seltsames Gefühl. In nur 7 Stunden war ich fast wieder am Ausgangspunkt, von dem wir vor einem halben Jahr gestartet waren. In so kurzer Zeit war all die Strecke zunichte gemacht, die wir zurückgelegt hatten, inklusive der so aufregenden Überquerung des Atlantiks. Aber das Segeln ist die deutlich schönere Art des Reisens. All die Leute am Flughafen und die Enge im Flieger gefielen mir gar nicht.

Mathias lebte derweil gefährlich: Direkt neben unserem Schiff wurde er Zeuge eines Haiangriffs auf eine riesige alte Schildkröte!

Aber nicht nur im Wasser lauern Gefahren. Die Frau aus dem Laden, zu dem wir unsere Sachen hatten schicken lassen, ist in während meiner Abwesenheit verstorben. Die Gerüchteküche berichtet, dass sie Nierenschmerzen hatte, der Rettungswagen aber nicht kam. Es scheint schwierig zu sein, behandelt zu werden, wenn man nicht als Notfall eingeliefert wird, jedenfalls warteten sie auf den Rettungswagen am nächsten Tag, der auch nicht kam. Dann war es wohl schon zu spät. Eine recht traurige Geschichte, die wieder einmal daran erinnert, wie gut versorgt wir in Deutschland sind.

Doch auch netten Besuch erhielten wir in der Bucht. Wir trafen einen weiteren Neel 51 Eigentümer, der bei uns vorbeischaute. Wir besichtigten gegenseitig unsere Schiffe. Er hat seinen Neel schon ein Jahr länger als wir und schon andere gute Ideen verwirklicht, wo man noch etwas vereinfachen oder verbessern kann.

Inzwischen bin ich wieder an Bord und wir bereiten uns auf die Reise Richtung Panama vor.

Für Segler: Unter „Fun Facts“ gibt es einen neuen Beitrag über unsere Erfahrungen mit den Parasailor-Segeln.

Und für Neel Interessierte haben wir inzwischen ein Forum mit initialisiert: https://neelownersgroup.createaforum.com

Kontakt direkt mit uns funktioniert auch über die E-Mail-Adresse: info(at)trimaran-san.de (Allerdings nur zu Zeiten, zu denen wir Mobilfunkempfang haben.)

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Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Vielen Dank für die tollen Bilder und Euren Reise Bericht !

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